vom Jahr 1648 bis 1652. 89
Escorte nach Marcoußi acht französische Meilen von Paris, auf dem Wege nach Or-kans, geführt worden. Hierauf verschwand alle Ursache, mit der Armee nach Parkszugehen; und ein kleines Corps dahin zu detaschiren, war unnütz und gefährlich, dadie Armee des Königs eine weit größre Zahl detaschiren, und ihre Bagage in den Städ-ten, die sie inne hatte, zurücklassen konnte, so der spanischen Armee unmöglich war.
Man schickte von Fismes aus von beyden Partheyen Vorschlage zum Frieden.Don Gabriel von Toledo gieng nach Parks, und der Herr von Verderonne kam vonSeiten des Herzogs von Orkans und Frankreichs nach Fismes, aber ohne Erfolg.Der Vergleich von Bourdeaux hingegen, wohin Mazarin und der König selbst sich ver-fügt hatten, wurde geschlossen, und die dortigen Unruhen zum Besten beyder Partheyengedämpft. Der Herzog von Bouillon, der daselbst das größte Ansehen gehabt, hatteden Angelegenheiten der Faction mit eines jeden Beyfalle vorgestanden, und mit allemdem Muth, Standhaftigkeit und Weisheit sich betragen, die in einem so schwerenStande nothwendig waren.
Die Armee der Spanier verblieb einen ganzen Monat zu Fismes, um zu sehen,was die Friedensvorschläge in Paris für Erfolg hätten; und es wurde sodann Kriegs-rath gehalten, um festzusetzen, was für eine Festung auf dem Rückzüge zu belagern sey.Die Spanier hatten Rocroy im Sinne; Türenne aber war des Raths, statt dessennach Mousson, einem Platze an der Maas, zwey Stunden von Stenay, zu gehn, weilderselbe viel zur Erhaltung von Stenay beytrug, und die Winterquartiere an dieserGränze erweiterte. Der Marquis von Masingen, Mestre de Camp, General bey derspanischen Armee, wurde mit drey taufend Mann Infanterie und zwey tausend Pfer-den nach Mousson zur Belagerung detaschirt, und der Rest der Armee verblieb an derAisne, um dieselbe zu decken, und die französische Armee, die sich zu Chalons versammelthatte, zu beobachten. Die Belagerung zog wegen der häufigen Regen und desMangels von Artillerie sich sehr in die Länge; und als hierauf der Marschall du Plessis,der die Armee des Königs commandiere, eiligst nach Verdun anrückte, um wo möglichden Entsatz zu unternehmen, so gieng auch die spanische Armee zur Belagerung ab.Türenne blieb mit drey tausend Pferden näher vorwärts an der französischen Armee,weil man keine Circumvallation hatte, und folglich die Feinde entfernt halten mußte,um die Verstärkungen zu verhindern. Endlich nach einer Belagerung von siebenWochen in sehr übler Witterung ergab sich der Platz spät in dem November, und diespanische Armee war durch die langen Beschwerden vor demselben sehr erschöpft. Tü-renne erkannte nun allerdings gar wohl, daß bey dem Entwürfe der spanischen Generale,
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