Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
93
JPEG-Download
 

vom Jahr 1648 bis 1652. 9Z

Vers als im Schritt reiten konnte. Die Herren von Beauvean, Düras, Boutevitteund Montanster, so ein jeder, was ihm gegenüber stand, geworfen hatte, rückten biszur Artillerie der Franzosen vor, und schlugen auch in zweyter Linie einige Escadrons.Auf dem rechten Flügel aber der Türennischen Armee, wo la Fauge commandirte, hat-ten fünf deutsche Regimenter bey dem ersten Angriff einige Vortheile; in der Folge abergerieth alles daselbst in Unordnung, und fieng an die Flucht zu nehmen, so daß vondiesem Flügel ab einige Escadrons von des Königs Armee zu ihrem rechten, Türennengegenüber, anmarschiren konnten; und als zu eben der Zeit die deutschen Regimenterzweyten Treffens in guter Ordnung gegen die Lothringer, die bereits in Unordnung wa-ren, anrückten, nahm auch hier alles die Flucht. Der Herr von Fauge, nachdem erdas Seine vollkommen gethan hatte, wurde gefangen, der Graf von Ligneville, mitzwey Schuß durch den Leib geschossen, und der Prinz von der Pfalz und zwey Oberstenblieben. Türenne, der zwischen seinen und den lothringer Truppen angerückt war,fand sich beym Anfange der Flucht ganz allein, weil alles von seiner Suite wegen desharten-Widerstandes hatte fechten müssen. Er wurde gar oft erkannt und sein Pferdnoch zweymal verwundet, und es kamen Reuter und boten ihm bereits Quartier.Endlich aber fand ihn la Berge, der Lieutenant von seiner Garde, worauf sie sodannbeyde von sieben oder acht Reutern verfolgt wurden, davon drey an Türenne, und dieandern an den Lieutenant sich machten. Beyde aber kamen glücklich los, und nach-dem sie einige von denen, die sie am härtesten drängten, außer Stand gesetzt hatten,fiengen sie endlich an, aus dem größten Gewirre zu kommen. Es war aber in derganzen Gegend nichts von Türennischen Truppen zu sehn, und man stand mitten unterden Escadrons von der Armee des Königs. La Berge, um nicht gefangen zu werden,war gezwungen, öfters Hu sagen, daß sie von des Königs Parthey wären, und daß esDeutsche gewesen, die sie nicht erkannt und umbringen wollen. Endlich ließ man durchein außerordentlich Glück sie beyde gehn, das Pferd aber von Türenne hatte fünfWunden; doch fand er bald darauf Laveau, Major vom Regiment Beauveau, derihm ein andres lieh, so daß er endlich durch die Ebne von Champagne, ohne weiter ver-folgt zn werden, sich rettete. Beyde Flügel seiner Armee waren geschlagen und zer-streut, und die ganze Infanterie hatte das Gewehr weggeworfen, ausgenommen dasRegiment Türenne, das den Pardon ausschlug, und mit der Infanterie von der Ar-mee des Königs ins Gefecht kam, so daß Officier und Soldat alles in Reih undGliedern blieb oder gefangen ward, nachdem es eine ganze Stunde, ohne die geringsteCavallerie zu seiner Unterstützung zu haben, Stand hielt. Don Estevan von Ga-

M z marre,