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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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118
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n8 Feldzug vem Jahr i6z 2 .

Man hatte den ersten Nachrichten zufolge geglaubt, daß die Feinde St. Antoineund Charenton bereits viel näher stehen müßten; es überfiel sie aber die Nacht beymCours de la Reine Mere, und Dunkelheit und Defilees verhinderten ihren Marsch biszum Anbruch des Tages. Türenne ließ sogleich die Cavallerie vorrücken, und der Infan-terie befehlen, daß sie auf das schleunigste folgte. Man erreichte den Feind in der Vor-stadt von St. Martin, und weil ihre Infanterie den Marsch ungesäumt fortsetzte, wur-den vier oder fünf Escadrons von der Arriergarde sofort angegriffen und geworfen, undmit Verlust von vielen Gefangnen bis zur Vorstadt St. Antoine verfolgt. Ein Theilder feindlichen Tete, die schon nahe bey Charenton gestanden hatte, kehrte auf diesenAllarm wieder um, und warf sich in die Vorstadt St. Antoine, wo die ganze Armeedes Feindes sich vereinigte.

Conde' ließ sotzrt seine Kanonen wenden, und weil die Cavallerie von der Ar-mee des Königs näher rückte, einige Schüsse auf sie thun; diese Cavallerie aber erwar-tete die Bataillons, die wegen der vielen Defilees um Paris ein wenig spät ankamen, unddem Prinzen die Zeit gaben, alle seine Truppen in die Vorstadt einzuwerfen, wo er, wasihm zu großem Vortheile gereichte, alle Gassen barricadirt fand. Denn es hatten dieBürger von Paris in vorigen Tagen, um sich gegen die Maraudeurs von den Lothrin-gern sicher zu stellen, in allen Straßen Barricaden angelegt, und der Prinz postirtenun seine Infanterie hinter sie und die nächsten Mauern, die er durchbrechen lassen, umsie mit seiner Musqueterie zu vertheidigen. Es war auf ferner Seite alles in gutemStande. Die Infanterie von der Armee des Königs kam, und Türenne war derMeynung, daß man das Geschütz abwarten müßte; die vom Hofe aber, so in großerAnzahl zugegen waren, drangen auf den Angriff, als ob man, um die Feinde zu Grun-de zu richten, nichts weiter brauchte als vorzurücken. Türenne wurde gezwungen,ein Corps Infanterie von den Garden und andern Regimentern mit den Gens d'armesund Chevauxlegers des Königs und einigen Regimentern Cavallerie zu commandiren,um durch drey verfchiedne Gassen zugleich den Angriff zu thun. Man wurde von denersten Verfchanzungen Meister; weil man aber sodann weiter vorwärts Mann fürMann defiliren mußte, und um den Feind zu verfolgen, selbst in Unordnung gerieth,und hierauf in breitem Gassen ein Corps Cavallerie, wo der Prinz selbst war, gefun-den, so wurden von dieser die Truppen des Königs in der Unordnung, in welcher sieeingerückt waren, angegriffen, und ohne Widerstand bis zum Eingänge der Vorstadtzurückgetrieben. Der Herr von St. Maigrin, Lieutenant von den Chevauxlegers,blieb bey dieser Attaque. Es war aber nicht die einzige, sondern man griff auch zu

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