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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1652.

geben, und, wenn nur des Königs Ansetzn unverletzt bliebe, vieles sogar aufopfernmöchte, um einer so gefahrvollen Stellung ein Ende zu machen. Aber wie sehr mannun auch bereit war es zu thun, so entfernte nun der Marsch der Spanier die Prinzeneben so weit von aller Neigung zum Vertrage. Die Verlegenheit des Hofs war groß;seine Armee bestand aus nicht mehr als acht tausend Mann: die Armee der Prinzen inParis aus fünf tausend; die Spanier und Lothringer aus zwanzig, und die Normandieschlug es aus, den König aufzunehmen. Türenne war, als diese Nachrichten an denHof kamen, bey der Armee, und hörte, als er am folgenden Morgen nach St. Denysgegangen war, daß man den Schluß gefaßt hatte, nach Bourgogne und Lyon mit demHofe zu gehn, und ihn durch zwey tausend Pferde zu escortiren. Der Marschall er-fuhr diesen Entschluß durch den Herrn von Rourigny, und sagte sogleich, daß, wennman ihm folgte, alles verloren sey. Er kannte den Stand der Sachen in Flanderngenug, um vollkommen zu sehn, daß, wenn der König über Paris hinaus sich zurück-zöge, die Spanier sofort gegen Soissons und Compiegne anrücken, und diese nach derAbreise des Hofs nicht widerstehen würden. Spanien, die Prinzen und der Herzogvon Lothringen würden ein jeder auf die Theilung des Reichs denken, sobald man ihnendurch eine solche Retraite die Provinzen, die ihnen von allen am Vortheilhaftestenlägen, ohne Schutz überließe. Bliebe hingegen der König an der Oyse und seine Ar-mee bey Compiegne, so würde dieser entschloßne Schritt die Spanier zum Argwohn undNachdenken bringen, und sie es nimmermehr wagen, mit ganzer Armee nach Paris vor-zurücken, und Flandern wehrlos und die Armee des Königs zwischen sich und ihremLande zu lassen. Schickten sie aber alsdann dem Prinzen blos ein beträchtliches Corpszu seiner Unterstützung, so würde das Gros der Armee nach Flandern zurückgehn, undfolglich nie mit einer weit überlegnen Macht in Frankreich zurückbleiben. Türenneglaubte nach allem diesem, das einzige Mittel den Staat zu erretten sey, daß der Kö-nig und die Armee beyde zwischen Paris und den Spaniern so lange als möglich sichhielten, endlich aber, wenn es aufs äußerste gekommen wäre, nach den Plätzen an derSomme sich zurückzögen. Eine allezeit beßre Parthey, als wenn man durch die Fluchtnach Lyon den Spaniern eine sichre Eroberung von Flandern an bis nach Paris undselbst in der Normandie überließe, wo die üble Gesinnung der ganzen Provinz und dieMuthlosigkeit fast aller großen Städte bekannt war, und gewiß die meisten derselbenfreywillig dem Feinde die Thore würden geöffnet haben. Der Kardinal und die Kö-nigin, die nie einen Entschluß für zu kühn hielt, beschlossen, dem Rathe des Marschallszu folgen; der Hof gieng nach Pontoyse, und die Armee in drey formten Marschen

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