Feldzug vom Jahr 1652. izz
daß die Armee des Königs ihm so nahe wäre. Türenne ließ es sofort den Mmschallla Ferte'wissen, und schlug ihm vor, ungesäumt gegen den Feind anzurucken, den mangewiß bey Wein und Freuden und in großer Verwirrung antreffen wurde, besonders da<r die Armee des Königs so fern von sich glaubte. Aber la Ferte' weigerte sich, ohneVorwissen des Cardinals es zu unternehmen, und man schickte einen Courier nach ihmab, der zwar die Erlaubniß brachte, die Gelegenheit aber war verschwunden, und dieausgeschickten Partheyen meldeten, daß Vaubecourt in Brand stünde, und der Prinzvermuthlich aufgebrochen wäre, weil man die Feldwache nicht mehr sah. In der Thatwar es auch also, und Conde' hatte, sobald er den Anmarsch der Truppen des Königs-erfahren, sofort befohlen, Generalmarsch zu schlagen; weil aber die Truppen so langsamsich gesammelt hatten, sah er sich gezwungen, Feuer in dem Quartiere selbst anlegen zulassen. „Bar und Ligny ergaben sich hierauf nach tapfrer Vertheidigung auf Discre-tion mit sieben oder acht Regimentern, so darin lagen, und die Armee marschiere daraufnach St. Menehould bey so schrecklicher Kälte, daß viele Soldaten im Marsch starben,obgleich die Officiers noch viele andre durch Menschenliebe und Vorsicht gerettet hatten.
Es ward aber unmöglich, St. Menehoud zu belagern, weil der Platz stark besetzt war,und man bey dem Froste nicht in die Erde konnte. Eben diese Ursachen verhindertenauch die Belagerung von Rhetel, wo außerdem der Prinz, der von neuem sich mit denSpaniern vereinigt hatte, in der Nähe stand, und über Chateau-Porciennes, das sieinne hatten, den Platz gar leicht entsetzen konnte. Die Armee des Königs unternahmalso statt dieser großer: die kleinere Belagerung von Chateau-Porciennes, die sechs odersieben Tage dauerte, und die ganze Armee stand während derselben zu ihrer Be-deckung in der Gegend von Son alle Nächte durch unter freyem Himmel in der heftig-sten Kälte." Der Gouverneur ergab sich unter der Bedingung, wenn der Prinz ihn Puysegur.nicht entsetzen wollte; und die feindlichen Generale, die mit ihrer ganzen Armee zu Au-tenton und Rumigny sechs bis sieben Stunden davon abstanden, hielten einen Kriegs-rath, und beschlossen, es nicht zu thun. Puysegur, Vater des Marschalls, schloß dieCapitulation, und bedung, daß der Gouverneur eine gewisse Höhe nahe an der Festungauch in dem Falle nicht beschießen dürste, wenn der Prinz zum Entsatze anrücken wür-de; und diese Höhe war das vortheilhafteste ckamp Kamille, das man in der Ge-gend der Festung sich wählen konnte. Dieser Umstand, sagt Puysegur, hielt denPrinz nach eignem Geständnis ab, den Platz zu entsetzen, und er lobte den Puysegurgegen den Bruder des Gouverneurs, der ihm die Capitulation überbrachte, und jagtebeyde Brüder aus seinem Dienste.
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