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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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141
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Feldzug vom Jahr 165 z. 141

terke ln die Platze geworfen, so war es der Armee unmöglich, im Felde so nahe an demFeinde sich zu lagern, und man gab diesem also freye Hand, alles, was er wollte,zu unternehmen. Conde' commandirte die feindliche Armee, und man hatte die ent-schlossensten Unternehmungen und alles von ihm zu befürchten, was irgends nur mög-lich ist, wenn eine Armee sich vertheilt, und so viel Plätze alle mit einmal Preis giebt.Es war also immer noch besser, den Feinden beständig zur Seiten zu bleiben, obgleichauch dies nicht ohne Gefahr, als irgends eine von den andern vorgeschlagnen Par-theyen zu wählen, und, wie oben gesagt, entweder nach Compiegne zu marschircn,und diesseits der Oyse zu bleiben, oder Infanterie in die Platze zu werfen und mit derCavallerie sich von dem Feinde zu entfernen. Wählte man die erste Parthey, so istsgewiß, daß die Feinde auch den beträchtlichsten Platz an der Somme belagern konnten,weil sie in der Gegend von Cambray ein hinlängliches Corps mit einer großen Anzahlvon Schanzgräbern allezeit marschfertig erhielten, und die Armee des Königs nicht eherals vier bis fünf Tage nach ihnen vor dem Platze hatte anlangen können. Wählteman aber das andre, so konnte der Feind, der nunmehr keine Armee in Corps gegen sichsah, entweder nach Paris marschiren, oder auch einen Platz belagern, wo er am Endenichts als eine starkre Garnison, und keine Armee zu befürchten hatte. Ich führe,sagt der Marschall Türenne, dieses etwas weitläufiger aus, weil es gewiß ist, daß derEntschluß, den Fluß zu passiren, die Festungen unbesetzt zu lassen, und immer nahe andem Feinde zu bleiben, den Einfall in Frankreich für die Feinde fruchtlos gemachthat. Oefters fürchtet man mehr Dinge als man sollte, und wählt alsdann ganz andrePartheyen als diese, und ist dennoch unglücklich. Man kann zwar auch auf der an-dern Seite nicht sagen, daß die gewählt- so völlig sicher sey; denn der Feind kann ge-gen die Armee anrücken und schlagen. Hat man aber eine zwar schwaches, doch guteArmee, wählt man seine Lager mit Vorsicht und ist wachsam auf die Bewegungen desFeindes, so bleibt es doch immer das sicherste von allem.

Dem Rathe des Marschalls zufolge gieng die Armee des Königs über die Oyse,und lagerte sich zu Farginer, gedeckt durch die dortigen Waldungen. Am folgendenTage erfuhr man den Aufbruch der Feinde nach Roye, und die Armee des Königsfolgte am 5ten nach Noyon, und verschanzte sich nicht, war aber desto wachsamer aufdie Bewegungen des Feindes, und bezog vortheilhafte Posten. Man erhielt Nachricht,daß sie Roye, wo keine Besatzung lag, attaguirten; und die Belagerung dauerte nichtlanger als zwey Tage, ohne daß man auf den Entsatz gedacht hatte, weil der Ort kleinist und nicht behauptet werden konnte. Nach dieser Eroberung fiengen die Feinde an

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