Z)ork.
140 Feldzug vorn Jahr 165 z.
Den 2ten August mit Anbruch des Tages marschirte der Feind von neuem wie-der ab, und näherte sich Chauni; man schätzte ihn auf sechzehn tausend Mann Infan-terie, eilf tausend Pferde und dreyßig bis vierzig Stücke, das Corps ungerechnet, dasin der Gegend von Cambray verblieb. Dieser Marsch bedrohte mehr als eine Gegendund Platz; denn es konnte der Feind nach Compiegne gehn, oder die Posten wegneh-men, die zwischen Compiegne und Pontoyse an der Oyse gelegen, als Creil und St.Maxence, um vowdaraus bis an die Thore von Paris zu rücken, und alles in Verwir-rung zu bringen. Die Gesinnung der Pariser war schwankend, und der König, wenndie Armee der Feinde so sehr sich genaht hätte, allerdings unter ihnen nicht sicher.Außerdem konnten die Feinde auch nach Beauveais, so ganz ohne Besatzung war, sichwenden; Quintin, Ham, Pervnne, sowie alle andre Plätze an der Somme, warenaus Mangel der Infanterie sämmtlich leer, und die Feinde konnten über jeden, den siewählten, herfallen, wenn die Armee des Königs sich davon entfernte."
Der Hof und die Generale hielten Rath in Gegenwart des Königs und des Car-dinals; die meisten riechen, die ganze Infanterie bis auf tausend Mann in die Gränz-plätze einzuwerfen, und mit dem Reste der Cavallerie und diesen tausend Mann dieBelagerungsarmee des Feindes zu beunruhigen, und Lebensmittel und Fourage ihrabzuschneiden. Der Rath der andern war, die Flüsse zu vertheidigen, und die Ar-mee des Königs, mit der man, wenn sie en Gorps bliebe, allezeit den Uebergang ver-wehren könnte, ja nicht von einander zu trennen, weil nichts von allem gefährlicher wä-re, als den Weg nach Paris den Feinden offen zu lassen.
„Türenne war eines andern Sinnes als der ganze Rath, und der Marschall laFerte' trat ihm bey; es war aber seine Meynung, nicht mehr wie bisher der Oyse zufolgen, und Compiegne, Creil und St. Maxence auf solche Art zu bedecken, weil maneben dadurch jeden Platz an der Somme, den der Feind belagern wollte, blos gäbe. Erriech statt dessen, mit der ganzen Armee des Königs über die Oyse zu gehn, und mitdem Feinde auf gleicher Seite derselben zu bleiben, und überall auf zwey oder dreyStunden von ihm in einem sichern Posten sich zu lagern. Man muß bey diesem Rathebedenken, daß, da die ganze Armee des Königs im Felde nicht mehr als sieben tausendMann Infanterie hatte, und in den Festungen selbst keine sich fand, daß, sage ich, un-ter diesen Umständen kein ander Mittel übrig war, diese Plätze zu retten, als daß mandem Feinde überall nahe genug blieb, und überall ihm zeigte, daß, nach was für einemPlatze er sich auch hinwende, um ihn zu belagern, dennoch die Armee des Königs beyjedem in Zeit von zwölf bis fünfzehn Stunden nachfolgen würde. Hätte man Infan-terie