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Feldzug vom Jahr 1654.
Winter verstrich ohne merkwürdige Begebenheit weder im Felde noch bey Hofe,„und alles Ansetzn verblieb in der Hand des Cardinals. Im Frühjahr erhob„sich der König zur Krönung nach Rheims, und man beschloß, seine beyden Garden,„vier bis fünf Regimenter Infanterie und zwölf bis fünfzehn hundert Pferde zusam-menzuziehen, mit ihnen die Belagerung von Stenay zu unternehmen, und das Com-„mando dem General Fabcrt *) zu übertragen. Der König gieng nach Sedan, der„Belagerung nahe zu seyn, die Armee aber sollte auf den Gränzen voll Champagne sich„halten, um unverzüglich nach Stenay zu marschiren, wenn die Feinde nach dem Lu-xemburgischen giengen, und, wenn sie statt dessen gegen die Gränzen von Flandern et-„was unternahmen, auch dahin sich wenden zu können. Es schien nicht wahrscheinlich,„daß die Feinde eine so wichtige Belagerung im Sinne hatten, als die von Arras; und„man glaubte, daß, wenn sie nicht nach Stenay marschirten, sie höchstens nichts an-ders unternehmen könnten, als die Belagerung von Bethune und la Bassee, und als-dann .wollte man gleichfalls gegen ihre Granzplätze sich wenden, und Landrecy, Ca-„pelle oder dergleichen belagern.
„Diesem Entwürfe gemäß stand die Armee des Königs zu la Fere, als die Nacss-„richt von dem Herrn von Mondejeu, Gouverneur von Arras, anlangte, daß feine„Festung berennt worden wäre, ehe er die geringste Nachricht davon gehabt habe. In„den flandrischen Kriegen ist dieses gar leicht möglich, weil das Land daselbst enge, und„die Festungen so nahe bey einander liegen, daß die Feinde mehr als eille zugleich bedro-„hen können, und die Gouverneurs nicht wissen, welche im Ernst gemeynet ist. Hun-dert Pferde ausgenommen, die der Herr von Mondejeu noch in der Festung zurückbe-„halten hatte, stand feine ganze Cavallerie von ohngefähr fünf hundert Pferden in einem„fliegenden Lager, das der Herr von Barre bey Dourlens an der Authie commandirte,„mit dem Befehle, die Festungen Arras, Bethune und la Bassee zu bedecken. Barre„hatte seine gefammte Infanterie in die zwey letzten Festungen geworfen, weil sie am
„weitsten
*) Fabcrt, Sohn eines Buchhändlers zu Metz, der Marschall aber schlug die Ehre aus, weilerhob sich durch seiue Verdienste, und wurde Mar- er die Proben seines Adels, die nach den Sta-schall von Frankreich. Im Jahr 1662 ernannte tuten beschworen werden müssen, nicht bcschwö-ihn der König zum Ritter vom heiligen Ecisiorden, ren wollte.