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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1654.

„wertsten entfernt, und, wenn der Feind ihre Belagerung unternahm, am schwersten zu„unterstützen waren. In Arras aber glaubte er sowohl als selbst der Gouverneur, daß„er immer Zeit genug hatte, sich einzuwerfen, ehe der Feind es völlig berennte, weil„die Gegend ringsum eben ist, und er nicht zu weit davon abstand. Doch gelang es„ihm die ersten zwey oder drey Tage durch nicht; als er aber hierauf die Herren von„Equancourt und St. Lieu, jeden mit vier hundert Pferden, auf verfchiednen Wegen,„und den letzten einen Tag spater als den ersten abschickte, so versuchten beyde mit vieler„Kühnheit, sich in den Platz einzuwerfen; weil sie aber die feindliche Cavallerie in zwey„Treffen und völliger Bereitschaft gegen sich fanden, so drang nur die Hälfte ihrer„Truppen mit ihnen selbst durch, die andre wurde gefangen oder mußte zurückkehren.„Der Marschall Türenne detaschirte gleichfalls von seiner Armee den Chevalier Crequy„mit fünf hundert Pferden vorr den Regimentern Crequy und Bouillon, und den Rest„Commandirte. Nach einem großen Umwege fand dieser General einen Einlaß des„feindlichen Lagers, der nicht gesperrt war, und gieng durch, und warf, obgleich von„der feindlichen Cavallerie attaquirt, dennoch mit zwey hundert und fünfzig Pferden„glücklich sich ein, vom Rest aber wurde ein beträchtlicher Theil gefangen, und der„letzte Trupp unter dem Commando eines Obersten verlor sich in der Nacht, und konnte„ihm nicht mehr folgen.

„Nachdem diese Cavallerie in die Festung sich eingeworfen hatte, so war man„eine Zeitlang in Zweifel, ob die Feinde die Belagerung auch fortsetzen würden , erfuhr„aber, daß sie dennoch an ihren Linien arbeiten ließen, und diese Verstärkung sie nur„um wenige Tage von der Eröffnung der Laufgräben abgehalten hätte. Die Armee„des Königs rückte darauf vor bis nach Peronne; weil man aber befürchten mußte,„daß man von daraus nicht hinlänglich mit Lebensmitteln sich würde versehen können,„so war der Marschall Türenne der Meynung, nicht eher dem Lager der Feinde sich zu„nahen, als bis man die Lebensmittel gehörig versichert hätte, um nicht in der Folge ge-zwungen zu seyn, entweder ohne Vortheile den Feind in feinen Verfchanzungen anzu-greifen, oder aus Mangel sich zurückzuziehen. Was für itzt den Angriff betraf, so„war es klar, daß er nicht mit Vortheil gegen eine Armee geschehen konnte, die der„Armee des Königs in der Zahl so weit überlegen war, und noch keine Laufgraben er-öffnet hatte, folglich weder durch Desertion, noch den Mangel, noch den Verlust in„der Belagerung selbst geschwächt worden; die andere Parthey aber, dem Feinde sich„zu nahen, um alsdann wieder zurückzugehn, mußte nothwendig den nachteiligsten„Eindruck beydes bey der Armee und der belagerten Besatzung zurücklassen. Diese

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