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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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155
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Feldzug vom Jahr 1654. 155

,.gewiß wußte, daß die Stadt noch langer sich vertheidigen könnte, und dem Feinde so„nahe stand, daß nichts sich zutrug, was man nicht an selbigem Tage noch erfuhr.

„Der Cardinal ließ auch den Marschall Türenne befragen, ob er sich wohl für beleidigt„hielte, wenn Hocquincourt das Lommando über die Truppen von Stenay übernähme;

„Türenne aber glaubte, daß in einer Gelegenheit, wie diese, nicht Truppen noch Gene-rale zu viel seyn könnten, und la Fette' war eben der Meynung. So rückten also„die Truppen in größter Eil von Stenay an, passirten die Somme, und erreichten mit„schnellen Märschen Bapaumes."

Zwey Tage vor Ankunft des Marschalls Hocquincoutt speiste Türenne und der MemoiresHerzog vonPorkbey dem Marquis von Humieres mit einigen Volontairs vom Hofe,^die Verlangen bezeigten, die Verschanzungen des Feindes zu sehen. Der Marschallstieg zu Pferde, und war kaum aus dem Lager, als er eine von seinen Partheyen ge-wahr ward, die eine feindliche verfolgte, so über die französischen Fourageurs, als sienach dem Lager zurückkehrten, hergefallen war. Türenne befahl den Volontairs, zwi-schen dem feindlichen Trupp und ihren Verschanzungen sich zu stellen, und sie davon ab-zuscheiden ; die Feldwache aber erhielt Befehl, die Volontairs zu unterstützen. Allemdie Feinde, die gut beritten waren, gewannen ihre Feldwache, ehe man sie erreichenkonnte, und zogen sich darauf nach dem Lager zurück, wodurch sie jedoch einige Arbei-ter Preis gaben, die auf einen halben Kanonenschuß davon zum Faschinenmachen com-mandier waren. Dieser Gelegenheit bediente sich der Marschall, einen Theil der feind-lichen Verschanzungen zu recognosciren, den er bisher noch nicht gesehn hatte; konnteaber nicht lange verweilen, denn die Artillerie feuerte heftig, und die Reuter saßen ingrößter Geschwindigkeit auf; es war das Quartier des Prinzen von Conde'. Mailzog sich also zurück, und gieng nach dem Schlosse Neuville St. Vat, wo ein PostenInfanterie stand; der Marschall aber ritt eben von der dortigen Höhe herunter, als ohn-gefähr eine Stunde davon die Escorte der Fourageurs unter dem Grafen von l'Isle-bonne, ohngefähr zwölf Escadrons stark, sich zeigte, und nach dem Lager zurückkehrenwollte. Türenne, der zu eben der Zeit die Cavallerie des Prinzen aus den Verschan-zungen ausrücken sah, tvandte sich ein wenig von seinem Wege, dem Graf von l'Isle-bonne entgegenzugehn, und schickte ihm den Befehl, so schnell als möglich herbeyzukom-men, in der Hoffnung, die Feinde, wenn sie nun anrücken würden, wohl empfangenzu können; diese aber blieben auf der Höhe einen Kanonenschuß weit von ihren Ver-schanzungen , wo Conde' selbst mit ohngefähr vierzehn Escadrons angelangt war. Tü-renne, der nun sah, daß sie nicht weiter folgten, schickte dem Graf l'Islebonne Befehl,

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