iz6 Feldzug vom Jahr 1654.
nach dem Lager zurückzukehren, ließ das Escadron von der Feldwache wieder von sichnach seinem Posten, und gieng mit sechzig bis siebzig Officiers und Volontairs nach demSchlosse von Neuville. Kaum war er ein wenig vorwärts, so prallten von der Höhe,wo Conde' hielt, einige Flanqneurs ab, um den Gipfel einer andern Höhe zu gewinnen,auf welcher Türenne sich befand, und daselbst auszukundschaften, was ihn denn rück-wärts unterstützte. Der Marschall, der es gewahr ward, und die Feinde nicht wolltewissen lasse,,, daß er ohne Unterstützung war, besohl zehn oder zwölf Volontairs, aufdie Flanqueurs loszugehn, die andern formirten sich im Escadron, und machten Frontgegen den Feind. Aber die Volontairs überschritten die Ordre, die sie hatten, undverfolgten die feindlichen Flanqueurs weiter als sie sollten, bis zu einem Grunde zwi-schen ihnen und der Höhe des Prinzen. Dieser detaschirte sofort ein Escadron vomRegiment Estrees unter dem Herzog von Würtemberg, um die Volontairs abzuschnei-den; und Türenne ward also gezwungen, auch von seiner Seite den Rest der Volon-tairs abzuschicken, um die vordem zu erretten. Beydes, der Graf l'Jslebonne unddas Escadron von der Feldwache wurden in vollem Jagen wieder beygeholt. DasEscadron des Herzogs von Würtemberg wurde indeß Anfangs geschlagen, und über einekleine Wiese bis zu einer Höhe verfolgt; hier aber wandte es sich um, und gab mit denCarabinen eine Salve, die nun wieder die Unsern stutzen machte, und auch einige töd-tete, worauf sodann die Feinde von neuem angriffen und das kleine Escadron die Fluchtnahm. Zu eben der Zeit aber langte die Feldwache an, und die Herzoge von Uork undJoyeuse stellten sich an die Tete, und dachten, dem Feinde in die Flanque zu fallen,als mit einmal das ganze Escadron Reißaus nahm, und ihre Chefs mit zwey oder dreyBedienten unter den Feinden zurückließ. Ein gewisser Herr von Arcy, aus einem vor-nehmen Geschlechte, hatte sein Pferd verloren, und war zu Fuß; der Herzog vony)ork und Joyeuse suchten ihn zu erretten, Joyeuse aber wurde darüber in den Armgeschossen und starb an der Wunde. *) Berkley rettete den Generallieutenant Castel-uau, dessen Pferd fünf Schuß im Leibe hatte, und gab ihm das seine, um dafür einPferd von Castelnaus Pagen zu nehmen, worauf er mit großer Mühe entkam. Beau-vegard und noch einige andre wurden gefangen, der Rest aber wohl eine halbe Stundeweit verfolgt, bis endlich der Graf von l'Jslebonne sie befreyte; die Feinde wurdenihn gewahr, und zogen sich bey Zeiten und in Ordnung zurück. **)
Gegen
*) Ludwig von Lothringen, Herzog vonJoyeuse, **) „Zwey oder dreyTage,« sagtTürenne, »vorColonel- Gencu-l von der leichten Cavallerie, Sohn »Ankunft der Truppen des Marschall HocguincourtCarls von Lothringen, Herzogs von Guise, und der »ritten der Herzog von §ork und der Herr vonErbin des Hauses Joyeuse. »Ioyeu-