Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
164
JPEG-Download
 

164 Feldzug vom Jahr 1654.

„villkers. Die Reserve bestand aus drey Bataillons Infanterie und acht Escadrons;

Dort und „die ersten unter Roncherolles, die andern unter dem Grafen von l'Islebonne." LaNavailleS. formirte seine erste Linie aus sechs Bataillons, hinter ihr zwey Linien Cavallerie

und ein Corps de Reserve; Hocquincourt eine erste Linie von vier Bataillons mir Ca-vallcrie zur Unterstützung, sodann eine zweyte Linie Infanterie, so stark als die erste,Aork. und eine Reserve von drey oder vier Escadrons. Außerdem sollten drey falsche Atta-quen geschehn, die erste von der Türennischen Armee unter dem Marquis von Tracymit zwey Bataillons von den Regimentern Vork und Dillon, und sechs Escadrons.Der Marquis von Tracy hatte Befehl, nicht eher anzugreifen, als bis er die Attaquedes Marschall Türenne gehört hätte, sodann aber gerade auf eine Barriere loszumar-schiren, die er einige Tage zuvor hatte recognosciren müssen, und sodann einePassage nachder Stadt sich zu öffnen. Die zweyte Attaque von der Armee des Marschalls la Ferte'unter dem Herrn de la Guillottiere mit zwey Bataillons, zwey Compagnien Dragonerund sechs Escadrons, war gegen das Quartier des Grafen von Fuensaldagna; diedritte und schwächste von der Armee des Marschall Hocquincourt, unter dem HerrnSt. Jean, gegen das Quartier des Herzogs von Lothringen.

Türenne langte auf dem Rendezvous an, und fand daselbst den Marschall Hoc-quincomt, der ihm sagte, daß seine Truppen unverzüglich eintreffen würden, und erdaher bäte, den Angriff um einige Augenblicke zu verschieben. Türenne gab ihm zurAntwort, es sey unmöglich, länger zu warten, weil man den Verschanzungen schon sonahe stünde, daß die Feinde es nothwendig in kurzem entdecken müßten. Er bat denMarschall, wenn seine Truppen angelangt wären, ihm zu folgen, und führte nun dieseinen zum Angriff.

' Es war noch zwey Stunden vor Tages, die Nacht schön, das Wetter hell, undder Mond, der während des Marsches geschienen hatte, gieng unter, als man auf demSammelplatz ankam. Nach ihm wurde alles finster, und es erhob sich ein frischerWind, der dem Feinde das Geräusch der Bewegung verbarg. „Man nahte sich bis„auf zwey hundert Schritt den Verschanzungen ohne Allarm; und plötzlich deckte so-„dann die Infanterie ihre Lunten auf, und die Feinde gaben Feuer aus dem Geschütz„und zündeten die Allarmstangen an. Indeß rückten die zwey hundert Commandirten„an der Töte jedes Bataillons gegen den Vorgraben, und der Feind gab ihnen eine nur„leichte Salve, von der sie aber dennoch beynahe zurückgeprallt wären, wenn nicht die„Bataillons ihnen dicht auf den Fersen gefolgt wären. Denn obgleich der Widerstand„schwach war, so hatten doch die Truppen an sich das Unternehmen als so äußerst

„schwer