Feldzug vorn Jahr 1654. 169
Der Marschall Hocquincourt, der, wie oben gesagt, die Brücke, die der Herzogvon Uork verlassen hatte, passirte, fand nicht eher Widerstand, als an dem Bache, derdas Quartier der Lothringer vorn Quartiere des Prinzen von Conde' trennte, und wojenseits der General Marstn mit einigen Escadrons und etwas Infanterie und Drago-nern ihm gegenüber aufmarschirt stand, und ihn eine beträchtliche Zeit aufhielt, fo daßdie ganze Infanterie des Quartiers Zeit, sich zu retten, gewann. Als aber endlichauch aus der Festung Cavallerie ankam, so zog Marsin sich zwar zurück, aber mit Ord-nung und unter Manöuvres, so daß er auch noch am Ausgange der Linien hinter dieBrustwehr gegen die Stadt zu seine Infanterie stellte, und die französische Cavallerie,die nicht in bester Ordnung geführt wurde, überall durch sein Feuer zurückhielt, bis erendlich den Prinz von Conde' erreichte. Wahrend dieser Retraite kam der Herr vonMondejeu, Gouverneur von der Festung, gleichfalls aus dem Platz, und verschleimeOfficiers lagen ihm an, das Commando über sie und ihre Truppen zu übernehmen,weil der Marschall Hocquincourt und seine Generale so wenig ihre Schuldigkeit thäten.Mondejeu aber schlug es aus, und sagte, er käme nur als Volontair, und würde sichnicht anmaßen, die Ehre dieses Tages mit denen zu theilen, die das Commando überdie Truppen allein führen müßten. *)
Die falschen Attaquen betreffend, so kamen die von den Armeen der Marschällela Fette' und Hocquincourt genau ihren Befehlen nach, und die erste gewann den be-trächtlichsten Theil der Beute im Quartier des Grafen von Fuensaldagna; der Marquisvon Tracy aber, von der Türennischen Armee, hatte weniger Glück. Es war ihmauf halben Kanonenschuß weit von der feindlichen Verschanzung ein Grund angewiesen,wo er bis auf eine Zeitlang nach dem Angriff des Marschalls ganz ruhig sich halten soll-te, und man hatte geglaubt, er würde diesen hören können. Dies aber geschah nicht,weil der Wind stark war und ihm entgegengieng, so daß der Marquis von Tracy glaub-te, daß die Sache rückgängig geworden wäre, und darauf nach Anbruch des Tages be-schloß , noch eine Zeitlang in seinem Posten zu bleiben. Bald darauf kam einige Ca-vallerie aus den Verschanzungen, die er Anfangs für die gewöhnlichen Patrouillen
ansah/
*) Ich stellte, sagt der Herzog von Navailles gen rede ich nicht. Man weiß, daß die Sache ge«in seinen Meinoires, fünfzehn Escadrons und fünf lang, aber nicht wie sie sollte unterstützt ward;Bataillons innerhalb der Verschanzungen en ba- und hatte man einigen Officiercn, die sich dochtaille, und unsre Truppen rückten eine Stunde Ehre davon zuschrieben, ihr Recht widerfahren laßeher ein als die andern, so zuerst abgeschlagen wor-- sen, so würden sie nicht ohne schärfste Ahndungden (die vom Marschaü la Ferte'). Von den Fol- entkommen seyn.
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