i7s Feldzug vom Jahr 1654. -
ansah, als aber die großem Trupps kamen, so hielt er sich für entdeckt, und gab seinerInfanterie Befehl, nach Neuville St. Vat sich zu ziehen; er selbst aber gieng mit derCavallerie gegen Bapaumes. Die Infanterie wurde in der Folge den Irrthum ge-wahr, und detaschirte von jedem Bataillon fünfzig Mann mit den Aidemajors, die aberzu weit sich wagten und sämmtlich niedergehauen wurden.
Die Armee des Kbnigs verlor keinen General, unter den Obersten aber den Herrnvon Pingmarais, einen tapfern Officier, Sohn des Generallieutenants de Bar. DerMarschall Türenne empfieng eine Contusion, einen Musquetenschuß in die Rüstung,und verlor ein Pferd unter dem Leibe; der Graf von Vroglio wurde in die Lende ge-schossen, und von den Volontairs starb der Marquis de Breveaute' lind la Clotte, bey-de an ihren Wunden; Biscara und der Chevalier St. Gü, obgleich schwer verwundet,entkamen. Der Baron Bryolle, Marechal de Camp von der Armee des Prinzen,wurde gefangen, ein rechtschaffner Greis, der, ob er gleich das Unglück hatte, inWaffen gegen seinen König gefangen zu werden, doch wenig Tage vor seinem Todebewies, daß er im Herzen nicht Rebell war, sondern blos durch den Zufall es gewor-den. Er ließ seinen Sohn suchen, der mit ihm gefangen war, und sagte ihm we-nig Stunden vor seinem Tode, daß er selbst durch das Verhängniß zur Übeln Partheyhingerissen worden wäre, itzt aber ihm den Fluch gäbe, wenn er, unter was für Vor-wand es auch sey, fernerhin die Waffen gegen seinen König trüge. Der Sohn, durchdiese Ermahnung eines sterbenden Vaters gerührt, versprach, ein treuer Unterthan zuseyn, und wurde darauf frey.
„Der Verlust des Feindes an Cavallerie war gering; es ließ aber derselbe ^ey-„nahe sechzig Stück in den Laufgräben und der Verschanzung zurück, zwey bis drey„tausend Mann von der Infanterie wurden gefangen, und die ganze Bagage erbeutet.„Von der Armee des Königs blieben nur einige wenige Officiere, und drey bis vier"hundert Soldaten verwundet und todt; auch wurden einige gefangen, und darunter, '^iedne Officiers von der Garde. Sobald der Prinz sich zurückzog, gieng„d». ganze französische Armee auseinander, um das Lager zu plündern, so daß manMerk. „die Feinde nicht weiter verfolgte, als bis zu ihrer Circumvallation." Die Beute warso groß, daß, als die Armee bald darauf die Schelde pafsirte, sieben taufend Wagenund Karren ihr folgten, ob sie gleich damals um ein Fünftel schwächer war, als beymAngriff der Verschanzung.
„Der