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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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175
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Feldzug vorn Jahr 1655.

„also der Marschall la Ferte', dessen Armee zu Laon sich versammelt hatte, den Befehl,„gleichfalls dahin anzurücken. Conde' aber und der Erzherzog hatten gleichfalls bereits„vor langer als vierzehn Tagen Brüssel verlassen, und versammelten ihre Armeen auf„dem Rendezvous: die Armee des Prinzen an der Sambre, fünf bis sechs Stunden„von Landrecy; die Armee des Erzherzogs bey Mons nicht weiter als fünf oder sechs„Stunden von einander, und beyde zusammen ohngefähr in gleicher Starke mit der„französischen. An und für sich also war es allerdings gefährlich, eine Belagerung, so„zu sagen, in ihrem Angesicht zu unternehmen; die Lage aber von Landrecy trug dazu„bey, daß man hier eher als vor andern Platzen einen glücklichen Erfolg hoffen durfte,„weil le Quesnoy, das weiter vorwärts liegt, die Feinde ein wenig entfernte, und auf„dem leichten und geraden Wege zum Entsatze anzurücken verbot. Man beschloß, die„Belagerung zu unternehmen; Türenne und la Ferte' gaben beyde ihren Armeen einer-ley Sammelplatz zu Guise, und standen noch an selbigem Tage, den i8ten Iunius„Nachmittags um drey Uhr, mit vereinigter Macht vor Landrecy, einen Kanonenschuß„von der Festung.

„Es geschah mit Bedacht, daß der Marschall Türenne seine Armee nicht eher„in einem Lager zusammenzog, als auf dem Rendezvous selbst zu Guise, weil es gewiß„ist, daß ihre Zerstreuung in den verschiednen Quartieren die Aufmerksamkeit des Fein-„des theilte, und nach mehr als einem Gegenstände hinlenken mußte. Wäre hingegen„die Armee des Königs versammelt gewesen, so hätte die feindliche sich ihr genaht, und,„da beyde fast gleich stark waren, das Unternehmen einer Belagerung unmöglich ge-„macht. Die erste Nachricht, so die Feinde von dem Vorhaben erhalten hatten, war,„daß die Armee des Königs vor Landrecy stünde; weil sie aber kurz vorher zwey Regi-menter daselbst eingeworfen, so bestand die Besatzung aus fünfzehn hundert Mann„Infanterie und mehr als hundert Pferden. Dennoch war ihr erster Gedanke, noch„einige Verstärkung einzuwerfen und eiligst die ganze Armee zu versammeln, worüber„Conde'und der Erzherzog Maasregeln nahmen; die Hoffnung der Verstärkung aber„schlug fehl, weil sie einige Schwürigkeit fanden, die dazu bestimmten Truppen zu-sammenzustehen.

„Indeß hatte die Armee des Königs, sobald sie das Lager vor Landrecy bezogen, mit„so vielem Fleiße an den Circumvallationen gearbeitet, daß sie in drey Tagen geschlossen,„und am sechsten ganz vollendet, und die Armeen auf einen Monat mit Lebensmitteln„versehen waren. Conde', der den größten Antheil an den Entschließungen des Fein-„des hatte, glaubte, daß, wenn er eiligst aufbräche, und zwischen Guise und Landrecy