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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vorn Jahr 1655.

von der Stadt kam , entdecken konnte. Ein Lieutenant mit zwanzig Pferden hielt aufeiner andern Höhe der Stadt eine Viertelstunde naher; zwey Escadrons als eine Re-serve blieben auf eine Viertelstunde rückwärts. Nach einem Halte voll fünf oder sechsStunden, als Bussi glaubte, daß die Fouragirungen geschehn, ließ er die Escorte wie-der aufsitzen, und eben erschienen auf einer Hbhe dicht vor Valenciennes drey Esca-drons , und der Officier schickte Rapport, daß sie ihn angreifen würden. Bussi giengmit einigen Volontairs dem Officier entgegen, und die Feinde zogen sich zurück undhinterließen sogar einige Gefangne; diese aber sagten aus, daß sie Anfangs nur fünfEscadrons gewesen, itzt aber zwölf stark waren, und Pardo, General von der Cavalle-rie, sie commandirte, der diese drey Escadrons vorausgeschickt hätte, um die französi-schen ins Gefecht zu verwickeln. Wahrend dieser Aussage erschienen auch die vierzehnEscadrons auf den Höhen, und Buffi schickte an Campferrant, der drey Escadronsvon des Königs Regimente commandirte, Befehl, im Schritte sich zurückzuziehen, daer selbst indeß mit dem Regiment Mestre de Camp general von zwey Escadrons denerstell Angriff derselben aushalten wollte. Campferrant aber zog sich nicht im Schritt,sondern im Trott, Galopp, und bald darauf in völliger Debandade zurück. Mestrede Camp general folgte dem Beyspiele, so daß nur noch die zwey Escadrons am De-filee übrig waren. La Röche und Mefieres, die sie commandirteu, thaten das Ihre,wurden aber durchbrochen; doch gewannen die Flüchtlinge damit Zeit, sich durch dasDefilee zu retten, wo die Feinde sie nicht weiter verfolgten. Der Verlust belief sichauf ungefähr hundert Reuter und fünfzehn Officiere, die mit drey Standarten vonMestre de Camp general, und einer vom Regimente des Königs verloren giengen.Es war aber die beste Cavallerie von der ganzen französischen Armee, die den Unfallerlitt. Conde', dessen Truppen die Standarte erobert hatten, schickte sie an den Kö-nig zurück; dieser aber nahm sie nicht an, und die Compagnien, die sie verloren, muß-ten den ganzen Feldzug ohne sie dienen.

«Es stand nun die französische Armee so tief im Lande der Feinde, daß diese füralle ihre Plätze besorgt waren, und, als sie dieselben alle mit Truppen besetzt hatten,es nun nicht mehr wagen durften, in Corps der Armee des Königs sich zu nahen. Esbegegnete also auch ihnen, was so oft geschieht, daß man weit mehr fürchtet als derFeind unternehmen kann; und so viel Erfahrung man auch hat, so ist man doch für Un-ternehmungen besorgt, von denen man gewiß weiß, daß man an der Stelle des Feindessie selbst nicht unternehmen würde; weil aber der Nachtheil zu groß wäre, wenn die

Feinde