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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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183
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Feldzug vorn Iahe 1655. 18z

Feinde mehr, als man gedacht , thäten, so baut man lieber auch dem, was man ihmfür unmöglich halt, vor.

Die Feinde detaschirten ein Corps, um Brüssel zu bedecken; und weil die Armeedes Königs nur mit größter Schwürigkeit verpflegt werden konnte, wenn sie nicht weüter als Conde' vorrückte, so brach sie auf, um St. Guisliain zu belagern, das nur dreyStunden von Conde' abliegt, und wo die Zufuhr bequem war. Der Marschall Tü-renne nahm sein Quartier zu Hornu, und la Ferte' das seine jenseits des Flusses, undder Hof kam während der Belagerung, und logirte auf dem Schlosse zu Bossut."

Die Lage von St. Guisliain ist stark, weil es in einem sehr niedrigen Erdreich Z)orl.liegt, und die Haisne mitten durchstießt, so daß der größte Theil der umliegenden Gegendüberschwemmt werden kann, wie denn auch diesmal geschah, und die Gemeinschaft derArmeen auf Brücken unterhalten werden mußte , bereit Ball viel Schwierigkeit fand.

In den Laufgräben selbst war gleich nach der ersten Schaufel rief alles Wasser, so daßman nirgends mit Erde sich bedecken konnte, und die Brustwehr der Laufgräben nichtsals Blendungen von Fafchinenwerk waren.

„Der Platz ergab sich am 25sten August, drey Tage nach Eröffnung der Lauf-gräben unter den nämlichen Bedingungen als Conde', daß die Besatzung frey auömar-schiren, und zum nächsten feindlichen Platze transportirt werdet: sollte. Der Hof ver-blieb noch acht oder zehn Tage bey der Armee, und kehrte darauf nach Guise zurück; dieArmee aber behielt beynahe eben dieselben Quartiere, die sie während der Belagerunginne gehabt hatte, um beydes Conde' und St. Guisliain zu befestigen, und so viel mög-lich mit Lebensmitteln zu versehen."

Die Fouragirungen der Armee, die oft weit von dem Lager geschahen, erfoder- Kork.ten die strengste Sorgfalt, und geschahen stets unter Commando eines Generallieute-uants mit wenigstens zwey taufend Pferden Bedeckung. Oft aber gieng der MarschallTürenne selbst aus, und es gelang bey diesen Vorsichten dem Feinde nie, etwas dage-gen zu unternehmen. Doch waren ihre Croaten etwas lästig, und der Marschall gabdagegen Befehl, daß von jedem Escadron drey oder vier von den bestberittensten Officierenund Unrerofficieren commandirt würden, die bey den Fouragirern selbst verblieben, und,wenn sie sodann Croaten ansichtig würden, zu zwanzig oder dreyßig sich zusammenfchlit-gen, da sie alsdann diese, die zerstreut agirten, gewiß verjagen würden. Die Foura-genrs wurden dadurch sichrer, und man hob viele von den Croaten auf.

Die letzte Fouragirung diests Lagers war die größte und gefährlichste. Sie ge-schah unter dem Herzog von Pork in der Gegend von Chievres und der Abtey Cambron;

und