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Feldzug vorn Jahr 1655.
den Bach von Cambron passirten. Es erfuhr aber nachmals der Herzog von demPrinz von Ligne und einigen andern spanischen Officieren, daß sie im Sinne gehabt, die-se Fouragirung anzugreifen, und von Tournay, Mons und Ath überall ihre Cavalle-rie dazu beschicken hätten. Die Partheyen aber, die der Prinz von Ligne ausgesandt,wurden durch den Lerm, den die Fourageurs machten, verführt, und glaubten, dieganze Armee brache auf, so daß der Prinz die Truppen, so schon auf dem Marsche wa-ren, zurückrufen ließ. Dieser Irrthum rettete die Escorte, die vermuthlich übel gegendie gesammte Cavallerie des Feindes bestanden haben würde.
Einige Tage nach dieser Fouragirung gieng die Armee über den Honneau, undcampirte den i4ten September zu Outrage, am iyten aber zu Leuze, wo sie das Schloßvon Briffeuil einnahm und schleifte, und so lange verblieb, bis alles ringsum fouragirtworden. Acht Tage nachher gieng man bey Pommereuil wieder zurück, und lagertesich zwischen Angre und Roisin an den Honneatt. Diese ganze Gegend war so verzehrt,daß man gleich die erste Nacht zwey Stunden weit fouragiren mußte, um nur Strohzu finden; und es war kein Anschein da, auch nur drey Tage lang sich daselbst erhaltenzu können; doch erhielt man sich zwey ganzer Wochen, und ohne den geringsten Man-gel, weil der Marschall Türenne im Lager von Leuze den schärfsten Befehl, sich zu pro-viamiren, gegeben, und alle Wagen der Armee und selbst die Pferde der Reuter gela-den wurden.
„So brachte die Armee sechs Wochen lang zu, die zwey eroberten Platze zu befe-stigen und mit Lebensmitteln zu versehen, und es mußte alles von Guise Herbeykommen;denn obgleich Landrecy und le Quesnoy zur Sicherheit der Convois beytrugen, so wa-ren es doch selbst beydes nur neue Eroberungen, und so sehr von Lebensmitteln entblößt,daß man für sie sowohl als die Armee voll Frankreich aus sorgen mußte. Also hatteman außer den Truppen vier Plätze, denen man das Tägliche reichen, und Magazineauf den ganzen Winter zurücklassen sollte. Dies machte das Ende des Feldzugs be-schwerlich.
Die Feinde glaubten indeß lange, daß die Armee ihr Absehen auf Brüssel gerich-tet hätte, und verloren dadurch ganz den Gedanken, die französischen Convois zu ver-hindern; überdem brauchten sie auch einige Zeit, um sich von dem ersten Allsgange desFcldzugs zu erholen. Endlich aber versammelten sie sich und rückten an die Sambre.Der Marschall Türenne ließ den Herrn von Castelnau mit zwey tausend fünf hundertMann Infanterie bey Conde' zurück, und warf mehr als vier tausend Mann in die ero-berten Plätze, und blieb bis zum November im Felde. Am i2ten October brach die
A a Armee