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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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190
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Feldzug vom Iahr 1656.

,-le Queönoy und Cambray hinsehen, und bekennte den Platz von dieser Seite. An-fangs war die Gemeinschaft der Quartiere über die obere Scheide nur wenig Schwü-„rigkeiten ausgesetzt, und Türenne gkeng noch am ersten Tage der Berennung über eine„Brücke, die bey dem Quartiere des Marquis d'UMes geschlagen wurde, da indeß der„Herr von Castelnau an der untern Scheide ein gleiches besorgte. Man vertrieb die„Feinde aus zwey Redouten unterhalb der Stadt, so daß der Platz gleich in der ersten„Nacht ziemlich gut eingeschlossen wurde. Am folgenden Tage arbeitete man bereits„an der Circumvallation, und am dritten Tage war die Arbeit bereits überall weit ge-ling, daß eine kleine Verstärkung schwerlich durchdringen konnte. Ob man gleich„schon damals von den Schleusten zu Bouchain wußte, so glaubte man doch nicht, daß„ihre Wirkung so groß seyn könnte, als die Folge gelehrt. Die Feinde versuchten in-„deß in der dritten Nacht, einen kleinen Succurs von sieben bis acht hundert Mann„durch das Quartier der Lothringer einzuwerfen. Es drang aber niemand durch; ei-„nige wurden gefangen, und der Rest zog sich zurück nach Bouchain. *)

„Am fünften oder sechsten Tage war die Circumvallation auf der Seite von Tü-„renne in gutem Stande, auf der Seite von la Fette', wie Puysegur sagt, nicht.„Sie hatte zu Anfange nur einen Graben, zuletzt aber zwey und Pallisaden." DiePallisaden waren sechs Fuß hoch, und standen drittehalb in der Erde, drey und einenhalben über derselben, auf acht Fuß vom Hauptgraben. Jenseits der Pallisaden war derVorgraben; jedes Escadron liefert etäglich hundert. Man stellte des Nachts kleine Corpsde garde von zehn Reutern auf hundert Schritte von den Verschanzungen, und unter-hielt

Puysegurund Bussy-Rabutin-

*) Die Circumvallation von der Seite des Mar«schall Türenne nahm ihren Anfang an der unternScheide bey der Abtey St. Sauveur gegen die Sei-te von Conde', und endigte sich oberhalb gegenBouchain; das Hauptquartier des Marschalls warauf der Straße von le Quesnoy. Ein beträchtli.cher Bach trennte seine Truppen von den Lothrin-gern , und nach den Lothringern kam ein Theil vonden Haustrnppen des Königs unter dem Herzogvon Navailles; diese stießen an den Damm, dendie Armee durch die Jnundation durch bis zu einerSchiffbrücke über die Scheide hinführte.

Jenseits waren die Verschanzungen des Mar-schall la Ferte', und machten mit vier RedansFront gegen den Meyerhof Hurtebize und den dor-tigen kleinen Thurm; sodann bogen sich dieselben

um gegen St. Amand, bis sie die untre Scheideerreichten. Puysegur wirft in seinen MemoireSdiesen Verschanzungen zwey wesentliche Fehler vor:den einen am linken Ufer der Scheide, daß sie da-selbst nicht bis zum Meyerhofe Hurtebize, ein wenigdiesseits in der Gegend eines kleinen dortigen Thür«mes gegangen, als wohin, wie er sagt, dieSchleusen der Stadt das Wasser nicht hätten auf«stauchen können, so daß man daselbst nur eineBrücke und keine Dämme gebraucht hätte; den an-dern am rechten Ufer, wo man dem Quartiere derLothringer gegenüber eine Höhe versäumt hätte,hinter welcher die Feinde, wie die Folge gelehrt,in größter Sicherheit bis auf halben Kanonenschußsich nahen konnten.