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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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191
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Feldzug vorn Jahr 1656.

hielt durch die Vedetteu genaue Gemeinschaft. „Doch konnte nicht alles sich gleich„seyn, weil der Infanterie für einen so großen Umfang zu wenig, und man folglich nur„auf die Hauptzugänge seine erste Aufmerksamkeit richten, und die andern, wo der An-„griff nicht so leicht war, der Folge der Zeit überlassen mußte. Aber gleich in den er-listen zwey oder drey Tagen sah man den Fluß zwischen Valenciennes und Bouchain„aufschwellen und in die Wiesen treten; doch blieb die Gemeinschaft durch Faschinen und„Arbeit noch frey. Hatte man gleich damals die Wasser so hoch gesehn, als sie in der„Folge wurden, so hätte man auch weder an Gemeinschaftsbrücken, noch an die Belage-rung selbst gedacht. So aber, da das Wasser nur nach und nach wuchs, half man„stets nach dem Bedürfniß durch neue Arbeiten ab, und fast die ganze Cavallerie brachte„zwey- bis dreymal Faschinen bey, ohne die ganzen Regimenter Infanterie, so in Ar-„beit waren. Endlich stand auf mehr als tausend Schritt breit das Wasser überall we-nigstens zehn Fuß hoch, an einigen Orten noch weit mehr; und in dieser ganzen Breite„baute man eine Brücke von Faschinen, an einigen Orten schwimmend, an andern aber„befestigt. Die Infanterie ist, so lange die Belagerung währte, beständig über diese„Brücke gegangen, die Cavallerie, so oft sie nur ein wenig im Stande war. Zuweilen„aber kamen Fluchen, daß man selbst auf ihr bis auf halben Mann im Wasser stand;„gleichwohl stellte man täglich durch große Arbeit alles wieder her. Dies war die Ge.„meinschaft der Quartiere oberhalb der Stadt, unterhalb hatte man wieder andre„Brücken.

„Am neunten Tage nach der Berennung war die Armee im Stande, die Lauf-gräben zu öffnen, und die Convois, die man zuvor in die vorgerückten Plätze gewor-den hatte, versahen das Lager mit einem Ueberfluß von Lebensmirteln und Munition;„die Feinde aber vermochten nicht, den Platz zu verstärken, ob er gleich mitten unter„ihren Festungen lag. Als aber hierauf Türenne vernahm, daß die Feinde zu Douay„sich versammelt hätten, und gegen die Verfchanzungen anrücken würden, so verschob„man die Eröffnung der Laufgräben auf drey Tage, um mit allen Kräften an der„Circumvallation und den Dämmen arbeiten zu können. Allein die Feinde wollten„auch ihrer Seits es erwarten, daß die Laufgräben geöffnet würden, um gleich am„Tage darauf der Armee des Königs sich zu nähern. Sie lagerten sich zuerst auf eine„Stunde von der Circumvallation, setzten aber in der Folge ihren Marsch fort, und„postieren sich oberhalb des lothringischen Lagers auf einen halben Kanonenschuß von der„Vcrschanzung. Ihre Armee war etwas schwächer als die Armee des Königs, doch„hatten sie wenigstens zwanzig tausend Mann, und der große Umfang der Circumval-

„lation,