Feldzug vorn Jahr 1656. 19z
„der von ke Quesnoy herab kömmt, und das lothringische Quartier vor, dem Türenni-„fchen trennte. Auch über diesen hatten sie verschiedne Brücken geworfen.
„Die französische Armee erwartete den Feind die ganze Nacht durch, weil ein„Ueberläufer gebracht hatte, daß er gegen das Quartier des Marschall la Ferte' am„rücken würde. Doch konnte Türenne nichts anders thun, als ein Corps Infanterie„bereit zu halten, um nach dem Damm zu marschiren, mit dem Befehl, überzu-„gehn, wenn das jenseitige Quartier angegriffen würde; oder diesseits zu bleiben, wenn„es das diesseitige gölte. In der ganzen großen Circumvallation standen nicht mehr„als zwölf tausend Mann Infanterie, und von diesen mußte man beyde Attaquen ge-„gen die Festung versehen. Wohl besetzt war also auch nicht ein einziger Theil; man„rechnete aber auf ein großes Corps Cavallerie hinter den Verschanzungen, und daß die„Infanterie überall schleunigst zur Verstärkung anrücken sollte, zum Theil auch auf die„Vortheile, die der Angreifende selbst über sich giebt, der irr diesen Fallen auch bey ge-ringem Widerstand gar leicht in Unordnung geräth.
„Die erste Nacht verstrich ohne Allarm; den ganzen folgenden Tag sah man den„Feind wieder en Kamille und ohne Bagage; die Nacht kam, und man verblieb immer„in seiner alten Verfassung. Türenne war in dem Quartiere, das den Feinden entge-gen lag, und der Marschall la Ferte'hatte eme Feldwache von ihnen angreifen lassen,„davon die Gefangnen brachten, daß man sein eigen Quartier angreifen würde; weil„aber die Feinde so nahe standen, daß sie in Zeit von einer halben Stunde den Rand„des Grabens von der Verschanzung erreichen konnten, so war es zu gefährlich, die„erste Disposition zu verändern. Man hatte auch Nachricht, daß ein Corps von drey„bis vier tausend Mann unter dem Herrn von Marsin zu St. Amand stünde, um eine„Attaque für sich zu formiren. Aus allem diesem glaubte der Marschall Türenne, daß„die Feinde gegen das lothringer Quartier die große Attaque formiren würden, als„wozu sie en Kamille aus ihrem Lager ausrücken konnten; das Corps aber von St.„Amand würde jenseits der Scheide das Quartier unterhalb der Stadt angreifen. Die-„se Posten waren zwey starke Stunden von einander entfernt, und folglich keine Mög-lichkeit da, sich zu unterstützen.
„Dom Juan von Oesterreich und der Prinz von Conde' wählten sich das Quar-tier des Marschall la Ferte' zum Angriff, und brachen in der Nacht vom i 5 ten zum„i6ten Julius dazu auf. Die alten Wachen unter dem Herrn von Ranainville, Ma-„rechal de Camp, blieben in ihrem Lager zurück, und machten ein Blendwerk mit ange-zündeten Lunten, um die Schildwachen des Lagers vorzustellen; ihre Armee aber gieng
Bb „über