192
Feldzug vorn Jahr 1656.
„lat!on, und die Schwürigkeit, die Quartiere zu versammeln, verbot allen Gedanken„von Angriff. Sie verschanzten sich noch an eben dem Tage, und man sagt, daß Dom„Juan von Oesterreich gleich bey der Ankunft die Linien habe angreifen wollen. So„viel ist gewiß, daß sie durch seine Gegenwart um ein merkliches besser geworden. Es„langte auch inzwischen eine Verstärkung von etwa vier tausend Mann unter dem Her»„zog von Navailles an, und man rückte nach dieser mit der Circumvallation ein wenig„vorwärts, um eine kleine Höhe zwischen dem feindlichen Lager und dem Lager der Lo-thringer zu gewinnen. In dieser Stellung verblieb man sieben bis acht Tage einan-der gegenüber.
„Man hatte die Laufgräben gegen eine breite Front von der Festung geöffnet,„so daß die feindliche Artillerie sehr beschwerlich fiel; doch gieng in den ersten Tagen die„Arbeit ziemlich weit vorwärts, und man verlor nur weniges Volk. Als man aber„den Außenwerken sich nahte, ward der Verlust an Arbeitern weit größer. Der Atta-quen waren zwey, und die Feinde thaten keinen beträchtlichen Ausfall; den bedeckten„Weg hingegen vertheidigten sie trefflich, und man wurde drey- bis viermal abgeschla-gen , ohne daß ein Logemcnt gelang. Die Nähe des feindlichen Lagers auf halben„Kanonenschuß vom Lager der Armee machte, daß der Marschall die Nacht nie in den„Laufgräben zubringen konnte, wie er sonst würde gethan haben. Er hielt es gleich„vom ersten Anfange an für entschieden, daß die Feinde die Verschanzungen angreifen„würden, und machte also die Belagerung, zu deren Fortsetzung nichts fehlte, auch„nicht zu seinem vornehmsten Zweck. Die Zeit aber, da der Feind angreifen würde,„konnte man im Voraus beurtheilen, und daß der Fortgang der Belagerung sie be-„stimmte. Inzwischen traf der Marschall la Ferte' acht oder zehn Tage nach Eröff-nung der Laufgräben, jedoch etwas krank, bey der Armee ein, und setzte auch auf„seiner Seite die Arbeiten an den Verschanzungen und dem Damme fort. Drey„Wochen nach Eröffnung der Laufgräben hatte die Attaque des Marschall Türenne den„Rand des Grabens vom Hauptwalle und einem halben Monde erreicht, und die At-„taque von la Ferte' eine Tenaille gewonnen. Die Belagerten hatten bereits ihr„Aeußerstes gethan, und man sich seit drey bis vier Tagen, daß sie anfiengen, nachzu-
Plan y. aus „geben, als endlich ihre Armee des Morgens vom I4ten Julius die Waffen ergriff;
Ramsay. „man sah, wie ihre Bagage nach Bouchain desilirte, und alles glaubte, daß sie auf„die folgende Nacht den Angriff beschlossen hätten. Sie campirten auf einer Höhe„oberhalb des Lothringer Quartiers, und hatten zur Linken die Schelde mit fünf bis„sechs Brücken, weil der Fluß daselbst schmal ist, und zur Rechten einen kleinen Bach,
„der