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Feldzug vom Jahr 1657.
„Lande, um Ärlou anzugreifen, wenn er es zu schwach besetzt fände, oder wenigstens„in der Absicht, die Truppen des Prinzen von Conde' zurückzuhalten, die im dortigen„Lande, Geldern, Iülich und Brabant, seit einigen Jahren ihre Winterquar-tiere hatten.
„Indeß kam der Cardinal nach Amiens, und Türenne beschloß mit ihm, daß die'„Armee gegen die Lys rücken, und der Hof nach Montreuil sich verfügen sollte, um„den Feinden Besorgnisse für ihre Plätze am Meere zu geben, und indeß plötzlich über„Cambray zurückzufallen, das, wie man wußte, beynahe besatzungslos war. Die-„sen Entwurf desto wahrscheinlicher zu machen, und die Feinde von allen Gedanken„zur Verstärkung von Cambray abzulenken, mußten die Engländer gerade an dem Tage„landen, da die französische Armee den Platz berennte; denn wäre man nach der Lau-tung unthätig in dem Boulenois eine Zeit lang verblieben, so hätten die Feinde Arg-„wohn gefaßt, daß man noch unschlüssig sey, ob die Armee in Flandern wirklich agi-„ren sollte, und würden folglich sofort darauf gedacht haben, Besatzung in Cambray„einzuwerfen, dem die Armee des Königs auf zwey Märsche nahe stand. Auf der un-tern Seite der Gränze hielt man es gleichfalls nicht für rathsam, daß der Marschall la„Fette' über die Maas zurückgieng und das Herzogthum Luxemburg verließ, weil als-„dann zu befürchten war, daß Conde', wenn er das Corps des Marschalls nach Flan-„dern sich hinwenden sähe, ihm folgen, und gegen Cambray anrücken würde.
„Dies alles bewog den Marschall Türenne ohne die Engländer, und ohne die'„Truppen von la Fette', Cambray zu berennen, und lieber es zu wagen, daß der Feind„Verstärkung einwürfe, und er alsdann die Belagerung aufheben müßte, als selbst„durch Vorsichten seinen Entwurf zu verrathen, wem: er die Engländer oder die Trup-„pen des Marschall la Fette' an sich zog, wonach die Feinde sicher den Platz in einen„Stand würden gesetzt haben, der auch keinen Gedanken von Angriff erlaubte.
„Am 28sten May krach Türenne aus dem Lager zu Calonne in der Gegend von„Bethune mit seiner ganzen Cavallerie auf, und marschirte nach Cambray; die Infan-terie aber hatte Befehl, eilfertigst zu folgen. In einem Tage und einer Nacht erreich-te der Marschall den Platz, gieng oberhalb der Stadt über die Schelde, und umgieng„die Citadelle. Daselbst traf er den Herrn von Castelnau wieder, der mit einem be-trächtlichen Corps Cavallerie vorausgegangen war, um zwischen Bouchain und Cam-„bray sich zu postiren; die Infanterie aber langte mit einer Schiffbrücke noch am Abend„des Tages, da die Cavallerie gekommen, an; die Brücke ward in Zeit von einer
„Stunde