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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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207
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Feldzug vom Jahr 1657. 207

„Stunde übergeworfen^ und nachdem das Schanzzeug ausgetheilt war, noch an selbi-gem Tage Abends um sieben Uhr die Verschalungen angefangen.

„Man hatte nicht die geringste Nachricht vom Feinde, und Türenne wußte gar„wohl, daß mit aller Geschwindigkeit, die krgends einer Cavallerie möglich ist, die spa-nische aus Flandern dennoch nicht eher als am folgenden Tage eintreffen könnte. Als-„dann aber glaubte er, durch seine Verschanzungen oder die Bagage und Munitions-„wagen der Armee so gut verschlossen zu stehn, daß keine Cavallerie durchdrungen könn-te. Weil er aber von der Seite von Flandern gekommen war, so wußte er nichts„von dem Prinzen von Conde', und glaubte, er stünde noch an der Maas." Die Puysegur.Partheyen, die häufig nach le Quesnoy giengen, fielen sämmtlich in die Hände desFeindes, und brachten keine Nachricht. „Der Prinz versammelte seine Truppen zu„Bussiere an der Sambre, als Ruf über Ruf von den Spaniern an ihn kam, eilig„nach Flandern zu marschiren, für dessen Rettung sie die Plätze von Luxemburg allen-falls wagten. In dieser Absicht brach Conde' von der Sambre auf, und begegnete„auf dem Marsche den Couriers, die der Gouverneur von Cambray nach Bouchain ge-schickt hatte, sobald er die Armee des Königs gegen seine Festung anrücken gesehn.

„Sofort wandte der Prinz seinen Marsch gegen Cambray, und passi'rte Valen-„ciennes und Bouchain, wo er die Kanonen von Cambray gegen die französische Ar-„mee abfeuern hörte, und bereits um zehn Uhr des Morgens von einer Höhe ihre Trup-„pen den ganzen Tag über defiliren, sich lagern und verschanzen sah. Viele von seinen„Offickeren waren des Raths, die Ankunft der Spanier zu erwarten; er aber sah, daß„die Schwürigkeiten um so größer würden, wenn die Armee des Königs Zeit gewonnen„hätte, sich zu verschanzen, und rückte also noch in derselben Nacht, da diese Cambray Am zosien„berennt und er angelangt war, mit beynahe drey tausend Pferden ohne Infanterie auf May-„den Ebnen von Cambray vor, und geradesweges nach der Citadelle.

„Türenne, der mit Einbruch der Nacht die Nachricht erhalten hatte, daß neun„Escadrons Cavallerie zu Bouchain angelangt, glaubte, es wären spanische Truppen„aus Flandern, die sich einwerfen wollten. In der Meynung, daß diese die Ge-bend, wo das größte Lager stand, vermeiden würden, um es zu umgchn, und ohne„Begegnung, sich einzuwerfen, nahm der Marschall sieben bis acht Regimenter Caval-„lerie, und postirte sich mit ihnen gegen den Weg, wo die Feinde in diesen: Falle an-rücken mußten; die übrigen Truppen blieben in der Ebne verbreitet. Allein, es sey„nun, daß Conde' diese Anstalten im Voraus vermuthet, oder daß ihn sein„Wegweiser verirrt habe, er kam nicht auf dem Wege, wo Türenne ihn erwartete,

„sondern