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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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220
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Feldzug vom Jahr 1657.

führen, und die Infanterie Faschinen, weil in der Gegend von Mardyck kein Holz ist,und die Feinde zu Duynkirchen so nahe standen, daß-man die Pallisaden sehen mußte,so wie man nur ankam.

Am folgenden Tage wurde der Platz berennt. Seine Besatzung bestund aussechs hundert Mann Jtalianern, Wallonern und Spaniern. Zwey Tage brachte manzu, ehe die Flotte wegen widrigen Windes den Platz einzuschließen vermochte, und mansah die feindlichen Schiffe, wie sie von Duynkirchen in Mardyck einliefen. Hiedurchwurde die Belagerung nicht wenig erschwert, und von der andern Seite zeigte der Man-gel von Fourage, daß die Armee nur kurze Zeit davor bestehen könnte.

Türenne wurde zweifelhaft, und bedachte sich einen ganzen Tag, ob er auch dieBelagerung unternehmen wollte. Der Herr von Castelnau bewog ihn zum Entschluß,und es sollten die Laufgraben am Abend geöffnet, und Batterien gegen das Fort duBois aufgeführt werden, als man gewahr wurde, daß die Feinde im Sinne hatten, dasFort selbst zu verlassen. Hierauf eilte ein Detaschement Cavallerie in vollem Jagennach dem Ufer vom Meere, und setzte sich zwischen die beyden Forts; die Feinde verlo-ren dadurch die Gemeinschaft mit dem Meere, und man verfolgte mit so größerm Mu-the den Entschluß, die Laufgraben zu öffnen. Es geschah in der Nacht vom zostenSeptember, die Garden rückten in die Laufgraben, und mau nahte sich gleich in derersten Nacht dem bedeckten Wege. Den Tag darauf geschah der Angriff von allenSeiten, und überall glücklich; die Logements wurden gemacht, und man arbeitete so-fort am Uebergange über den Graben, und die Contrescarpe zu durchbrechen, als denMorgen, da man die Faschinen in den Graben warf, die Besatzung zu capituliren an-sieng. Zwey- bis dreymal wurde der Stillstand gebrochen, weil man sie durchaus zuKriegsgefangnen haben wollte. Endlich aber unterwarfen sie sich, und rückten am 2tenOktober als Kricgsgefangne aus, den Gouverneur und einige Spanier ausgenommen,die die Geisel gewesen, und die der Marschall Türenne wieder zurückschickte; die andernwurden nach Frankreich gebracht, doch erhielten einige Urlaub nach Duynkirchen, umdie Auslösung der andern zu bewirken.

Nachdem nun Mardyck auf solche Art erobert worden, blieb nun noch die Be-^ hauptuug desselben übrig, und diese war allerdings weit schwerer als die Eroberung selbst,indem Türenne bey dieser über mehr als eine Betrachtung sich hinausgesetzt hatte, umnur etwas zu unternehmen, und den Fcldzug nicht ohne That zu vollenden. Er wargegen Mardyck gerückt, ohne den Entschluß des Protektors zu wissen, ob dieser die nö-thigen Schritte thun wollte, den Platz, wenn er erobert würde, zu behaupten; und