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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1657.

ten, und beschloß, über die Colme'zu gehn, und die Belagerung von Mardyck zu un-ternehmen. Er schickte den Herrn von Talon, um dem Protector von Engelland die-sen Vorschlag zu thun, weil es bisher noch immer der Befehl des Hofes gewesen war,sich dem Meere zu nahen, und das Bündniß zu erfüllen, das man zu Anfange desFeldzugs geschlossen hatte. Weil man nun oft nie anders zu handeln vermag, als wiedie Zeit, die der Feind läßt, es erlaubt, fo hielt der Marfchall dafür, daß er den itzi-gen Zeitpunkt nicht versäumen dürfte, obgleich die Iahrszeit zu den Eroberungen, beson-ders in Flandern, ziemlich verstrichen war.

Der September war beynahe zu Ende, als Talon nach England geschickt wurde.Dennoch nahm man im Voraus das Fort Hemim'n weg, so eine Passage lieferte, undsetzte alles Nöthige in den Stand, an Lebensmitteln so wie an Artillerie, um eine Be-lagerung unternehmen zu können. Die Armee verblieb zu Wate bis zum 27sten Sep-tember , ohne daß etwas Merkwürdiges vorfiel," und die Feinde, die auf die Nachrichtder Einnahme von Bourbourg ihre erste Stellung verkästen hatten, warfen den größtenTheil der spanischen Infanterie nach Gravelines, und die drey italiänischen Regimenter,die Dom Tito de Prato commandirte, nach Mardyck. Ihre Armee campirte hinterdem Canal, der von Bergues nach Duynkirchen geht; Conde' hatre sein Quartier zuBergues; Dom Juan zu Duynkirchen, und der Herzog von Pork zu Oudekerke.

„Die Unthätkgkeit der französischen Armee brachte die Feinde auf die Gedan-ken, daß sie nicht weiter vorzurücken gesonnen, und obgleich ihr erster Entwurf gewe-sen, das Fort von Mardyck in die Luft zu sprengen, und die Bastions bereits unter-minier worden, so stellten sie dennoch in der Folge diese Arbeiten ein, und besetzten denPlatz, geschmeichelt durch die Hoffnung, daß die Iahrszeit und die Beschwerlichkeit derWege die Belagerung des Platzes verböten.

Türenne, der weder Gravelines noch Duynkirchen Sey dieser Iahrszeit belagernkonnte, Gravelines wegen der Güte des Platzes, Duynkirchen, weil die Feinde unterseinen Mauern campirten, beschloß, nach Mardyck zu gehn, ehe noch vom Entschlußdes Protectors sichre Nachricht gekommen war. Er wußte, daß die englische Flottevor Anker lag, und wollte lieber auch ein schweres Werk unterfangen, als ohne weitreThat den Feldzug vollenden. Am 28sten September brach die Armee auf von Watem,und lagerte sich zu Cappelburg; die Bagage gieng nach Calais unter einer Escorte vonfünf oder sechs Regimentern Cavallerie. Es mußte aber die ganze Armee einen einzi-gen Damm passiren, und in ein Land einrücken, wo zum Rückzug kein andrer Wegdawar, als den man itzt gieng. Die ganze Cavallerie erhielt Befehl, Pallisaden zu

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