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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1657.

rmd campiren konnte. Von hieraus beschloß er Wege anzulegen, um die Provisionenbis nach Bourbourg schaffen zu können, und hoffte, wenn die Armee in diesem Postensich behauptete, die Belagerung von Mardyck vielleicht zu verhindern. Gleichwohlzweifelte er doch selbst an dem Erfolg, und niemand hielt das Unternehmen für thunlich,und in der That war es schwer, denn man stand im Monat October, Bourbourg warvöllig geschleift und von allem entblößt; es mußten Canäle in Stand gesetzt werden, umvon Calais bis zur Aa zu kommen; man mußte Schanzen und Brücken bauen, und zuallen diesen Arbeiten die Soldaten aus dem Lager von Rumingen auf drey Stundenüber Bourbourg Hinausschicken, ohne daß irgends weder Dach noch Holz für sie war.Dennoch vollendeten die Truppen nach sechs Wochen alle diese Arbeit. Jaquier, einIntendant von der Armee, übernahm, die Canäle schiffbar zu machen, und vollendetedas Werk mit einer großen Menge Arbeiter von Calais; die Herren von Castelnau undUxelles übernahmen ein jeder ein Fort an der Aa, und setzten sie mit den Brücken inStand, und der Herzog von Schomberg arbeitete an dem Platze.

Indeß hatten die Feinde noch immer die Hoffnung, daß die Armee des Königs sichzurückziehen würde, und griffen Mardyck nicht an; der Gesandte aber vom Protectorward verlegen über den Platz, und ob er nicht selbst seine Verlassung verlangen sollte.Er hatte zwar Anfangs vor allem gewünscht, daß die französische Armee, um ihn zubefestigen, naher rückte; als er nun aber selbst die Unmöglichkeit einsich, bestand er dar-auf, die Besatzung von den englischen Truppen abzuwälzen. Der Marschall, der dieFeinde alle Unternehmungen dagegen versäumen sah, schlug vor, die Werke in die Luftzu sprengen. Aber diesem widersetzte sich der Gesandte, und stellte vor, daß der Pro-tector einen solchen Schritt für eine Erklärung ansehen würde, daß man den geschlosse-nen Tractat nicht mehr zu halten gesonnen wäre. Also entschloß sich Türenne, lieberzu wagen, daß die Feinde den Platz wieder eroberten, als so sicher mit den Engländernsich zu entzweyen. Er commandirte ein Detaschement von zwey bis drey hundert Fran-zosen, um die Contrescarpe zu besetzen, die beynahe seit vier Wochen in einem Standeverblieben war, daß die Feinde in sechs Stunden sie hätten wegnehmen können.

Einige Tage nach der Ankunft dieses Detaschements unternahmen die Feinde ei-nen Versuch, dessen Grund, wenn sie nicht ein Verständniß hatten, man nicht wohleinsehen kann; denn sie schleiften das untre Fort, das sie doch schleifen konnten, nicht,hielten sich die ganze Nacht nahe an der Contrescarpe auf, ohne sie anzugreifen, undzogen sich darauf zurück, nachdem sie einige Menschen verloren hatten. Dies gab inder Folge der Besatzung Muth, und machte, daß man auch in England zur Erhaltung

des