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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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223
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Feldzug vom Jahr 1657. Z2z

des Platzes wieder auflebte. Der Marschall verstärkte die Besatzung mit einiger In-fanterie; es kamen Pallisaden von London, und man arbeitete von neuem an dem un-tern Fort.

Gegen das Ende des Novembers sah endlich die französische Armee sich gezwun-gen, Rumingen zu verlassen, und die feindliche, die bisher beständig hinter den Canälenvon Duynkirchen campirt hatte, zog sich gleichfalls nach ihrem Lande zurück, ohne et-was unternommen zu haben. Die ganze Armee hatte viel durch eine Krankheit gelit-ten, die auch den Prinz Conde' ergriff, der sehr gefährlich lag, und sich hierauf erstnach Gent, und sodann nach Brüssel begab.

Während des Rückmarsches der Armee des Königs durch das Boulenois erfuhrder Marschall von dem Cardinal, der in Flandern sehr gute Verständnisse unterhielt,daß die Feinde noch immer des Sinnes wären, Mardyck im Winter zu belagern, wenndie Armee des Königs nicht mehr im Stande seyn würde, es zu entsetzen. Es wurdedaher noch eine neue Verstärkung von französischer Infanterie eingeworfen; weil aberdie Regimenter fast keine Soldaten mehr hatten, so war man gezwungen, blos die Of-ficiers von dem Corps ganz allein, und ohne Soldaten zu commandiren. Noch hatteman davon kein Beyspiel gesehn; es war aber auch diesen ganzen Feldzug durch, wiegleichfalls noch nie geschehn, auch nicht das geringste ausgezahlt worden, und die De-sertion ward daher allgemein. Der König aber schickte nach diesem die Musquetairsvon seinen Haustruppen und die Gens d'armes und Chevauplegers des Cardinals mitden Garden dahin ab, und der Marschall d'Aumont gieng aus seinem Gouvernementim Boulenois, und verblieb bis weit in den Ienner zu Mardyck.

Die Feinde, die alle diese Anstalten sahen, unternahmen nichts, und begnügtensich, ihre ganze Armee ins Flandrische in die Winterquartiere zu legen, sowohl um kei-ne Zeit zu versäumen, den Platz, wenn die Gelegenheit sich fände, zu belagern, alsauch um ihren eignen Plätzen nahe zu seyn, wenn unsre Armee, durch die Engländerbegünstigt, etwas dagegen unternähme. Die Armee des Königs verblieb bis zu An-fange des Jenners an der Gränze, und vertheilte sich darauf, wie gewöhnlich, nach ver-schiednen Provinzen von Frankreich ins Winterquartier. Der Prinz von Conde' be-fand sich etwas besser, und hatte sein Quartier zu Brüssel, wo auch die andern feindlichenGenerale sich versammelt, nachdem sie die Gränzen von Flandern mit weit starkemGarnisonen als gewöhnlich besetzt hatten.«

Felözug