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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug von: Jahr 1653.

Seite der Dünen. Der Strand des Meeres, der nur in der Fluth mit Wasser bedeckt,und bey der Ebbe bloß war, wurde mit starken Pfeilern gesperrt, die man mit Kettenband und den englischen Matrosen zur Arbeit übergab; doch konnte man sie bey Windund großen Fluchen nicht sicher stellen. Aber die ganze Nacht durch stand die Cavalle-rie daselbst auf der Wache; und wenn die Ebbe kam, so machte man sich eine Barrierevon Fässern; kam die Fluch, so nahm man sie weg und die Cavallerie wich, so daß auchkeinen Augenblick eine Oeffnung daselbst blieb. Die Armee, die zu Anfange sehr schwachir ar, wurde nach und nach durch die vielen Truppen, die von Frankreich anlangten,stärker, und man hatte die Belagerung allerdings mit wenig Truppen anfangen müssen,weil man das Ganze nicht erwarten konnte, ohne den Feinden gleichfalls die Zeit zurVersammlung zu geben. Alsdann aber war unfehlbar der ganze Entwurf vernichtet,weil es den Feinden mit so leichter Mühe möglich war, einen Platz zu versehen, der sowie Duynkirchen mitten unter ihren Festungen lag, und dessen Wichtigkeit sie einsahen,weil seine Eroberung allein das Band zwischen Frankreich und Engelland unterhielt.Aber Ostende und die Begebenheit von Hesdin, wo sie nicht ohne Grund einen Aufruhrin der ganzen Gegend vermuthet hatten, und ihre Besorgnisse für Cambray schläfertensie ein.

Der König verblieb einige Tage zu Mardyck, wo der Cardinal Sorge trug, dieArmee mit Munition und Hafer zu versehen, und auf Schiffen übers Meer die Faschi-nen und Plattesformen beyführen zu lassen. Als aber noch einige Tage vor Eröffnungder Laufgräben ein Gerücht sich verbreitet hatte, daß die Feinde versammelt wären, sorieth der Cardinal dem König, wie billig, sich wieder nach Calais zurückzubegeben, weilnirgends in der Nähe ein sichrer Platz war, und gleichwohl, nach der Lage des Landesund des Unternehmens, der Rückzug der Armee so zu sagen unmöglich wurde, wennirgend einem ihrer Quartiere ein Unglück begegnete.

Dom 4ten Drey oder vier Tage nach Abreise des Königs öffnete die Armee die Laufgräbenssm;ten Iu- von der Seite der Dünen, deren man sich als einer Parallele bediente. Gleich die ersteNacht thaten die Feinde einen Ausfall mit gesammter Cavallerie, und der Allarm warbey Ausstellung der Arbeiter häufig. Die Engländer, die der Belagerungen nicht ge-wohnt waren, verließen die Arbeit und liefen stets zum Gewehr; doch verlor man fastniemand, weil die ersten Nächte selten gefährlich sind. Mit dem Morgen erschien dieganze Cavallerie von der Festung, und da die Front, die man attaquirte, groß war,und mehr als zwanzig Kanonen die Laufgräben sahen, so hielt die Cavallerie der Be-satzung unter diesem Schutze so weit vorwärts der Festung und der Cavallerie der Bela-gerer