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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1658.

„Die Armee des Königs kam ihnen zuvor, und berennte am nsten Duynkirchenmit ihren Quartieren. Hatte gleichwohl auch nur alsdenn einer von ihren Generalenwahrend der ersten fünf oder sechs Tage nur mit wenigen Truppen in Furnes oder Vi-nochergen sich eingeworfen, fo konnte man französischer Seits schwerlich die Communi-cation eher vollenden, als sie Gelegenheit finden konnten, mehr als eine beträchtliche Der-starkung einzuwerfen. Weil sie aber Anfangs glaubten, daß Vinopbergen belagertwerden sollte, und nur aus der Folge es sahen, daß es Duynkirchen gegolten hatte, sobegnügten sie sich, zwey oder drey Regimenter unter elenden Officiers dahin zu detaschi-ren, und diese verblieben zu Vinopbergen, und berichteten, es sey unmöglich sich einzu-werfen. Hierauf beschlossen die Spanier ohne Verzug sich zu versammeln, und mitganzer Armee den Platz zu entsetzen.

Indeß fand in den ersten Tagen die Armee des Königs überaus viel Schwürig-keit fich entgegen , theils wegen der Gemeinschaft der Lager, theils wegen Mangel vonHolz und Fourage. Man konnte noch auf nichts rechnen, als auf das Meer, wo dieSchwürigkeit der Landung es unmöglich machte, das Nöthige zu der Zeit, da man esbrauchte, beyzubringen, fo daß auch in der Folge die englische Flotte nur wenig Bedürf-nisse zugeführt, und ihre wesentlichste Hülfe in einiger Artillerie und ihrem Corpsvon fünf tausend Mann bestand, so allerdings vortreffliche Dienste gethan. Der Kö-nig, sobald er erfahren, daß seine Armee Duynkirchen berennt hatte, lag dem Cardinalinständig an, sich der Belagerung zu nahem, und erhob sich nach Mardyck drey Tagenach der Berennung; die Armee aber vertheilte sich indeß in Belagerungsquartiere.Türenne nahm das seine in den Dünen, Furnes gegenüber, und postirte hier ein be-trächtliches Corps Truppen vom Meer an bis zum Canal von Furnes. Den Canalbesetzte ein Regiment Infanterie; ein Corps die Gegend nach dem Moore, wo die Fein»de gleichfalls Wege hatten; die Lothringer ein Regiment Infanterie und einige wenigeCavallm'e das große Fort zwischen Vinopbergen und Duynkirchen: jenseits des Ca-nals von Vinoxbergen verblieb der Herr von Castelnau mit seinem Corps und den Eng-ländern. Es wurde außerordentlich schwer, diesen Truppen Gemeinschaft zu schaffen;die Besatzung rückte zuweilen mit sieben bis acht Escadrons aus, aber ohne Unterneh-mung, weil man zu weit entfernt war, und die Laufgraben noch nicht geöffnet worden.

Nachdem man diese ersten Tage unter großem Mangel und Schwürigkeit über-standen hatte, langten endlich einige Schiffe an, die Lebensmittel und Hafer für dieCavallerie in den Dünen brachten. Es kamen auch Pallisaden und Schanzzeug, undman fieng an die Circumvallation auszuwerfen; aber sie taugte nichts besonders auf der

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