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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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232
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Feldzug vom Jahr 1653.

nicht, ob es nicht die ganze feindliche Armee sey. Türenne ritt mit einer kleinen Be-decknng längst des Meeres hin, und indeß griffen die Feinde auf der andern Seite derDünen die Feldwache an, die blos aus dem Regiments Cavallerie von Soissons be-stand. In diesem Scharmützel wurde der Marschall Hocquincourt, der sich unter dieFlanqueurs gemischt hatte, durch einen Schuß aus einem vorgerückten Werke verwun-det, und starb noch an selbigem Abend. Französischer Seits ward man den Zufallnicht eher inne, als durch die Trompeter, die vom Feinde geschickt wurden; die feind-liche Cavallerie aber zog sich darauf nach der Abtey Züdcote zurück, wo die ganze Armeecampirte, ohngefähr zwey Stunden von der Armee des Königs. In dieser Nacht zo-gen die Schweizer in den Laufgraben auf, und man wurde noch nicht Meister von dembedeckten Wege."

Je sichrer die Spanier geglaubt, daß Duynkirchen in diesem Feldzuge nichts zubefürchten hätte, desto größer war die Bestürzung, als die erste sichre Nachricht vonder Bcrennung einlief, und daß die Unterstützung zu Wasser und zu Lande beydes un-möglich geworden wäre. Das einzige Mittel, so noch übrig, war, die ganze Armeezu versammeln. Apres wurde in einem großen Kriegsrathe zum Sammelplätze be-stimmt, und die Armee und alle Generale trafen am 7ten Junius daselbst ein. Am stencampirten die Spanier zu Nicuport, am roten zwischen Odekerke und Furnes, undhier kam der Marschall Hocquincourt in ihr Lager. Am uten hielt Dom Juan mitdem Prinzen von Conde', dem Marquis Caraiene, Hocquincourt und dem Prinzenvon Ligne einen Kriegsrath; der Herzog von Aork und Don Estevan von Gamarrewaren aus zufälligen Ursachen nicht zugegen. In diesem Kriegsrathe eröffnete DomJuan den Generalen die Absicht ihrer Versammlung, über den Entsatz von Duynkirchensich zu berathschlagen. Er stellte den Zustand des Platzes vor, und die Nothwendig-keit des schleunigen Entsatzes, und beschloß mit dem Vorschlage, daß die Armee nachZüdcote vorrückte, um in den Dünen so nahe als möglich an der französischen Armee zurampiren, und Gelegenheit zu suchen, sie mit Vortheil zu schlagen. Auf diesen Vor-schlag folgte ein langes und allgemeines Schweigen; niemand aber stand auf, um öffent-lich sich zu widersetzen. Weil ich sehe, sagte Dom Juan, daß sie alle meinen Vor-schlag genehm halten, so ist nun noch übrig, die Zeit und Disposition des Marsches fest-zusetzen ; und hierauf wurde beschlossen, am folgenden Tage die französischen Verschan-zungen zu recognosciren, und für die spanische Armee das Lager zu ersehen.

Dem Befehle gemäß nahmen mit Anbruch des Tages die Generale ein Corpsvon vier tausend Pferden und einiger Infanterie, und marschirten vorwärts gegen das

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