Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
235
JPEG-Download
 

2Z5

Feldzug vorn Jahr 1653.

Außerdem gaben die Laufgraben dem Marschall noch viele Besorgnisse; denn einAusfall vom Feinde konnte alles entscheiden, und selbst zur Aushebung der Belagerungzwingen, wenn die Truppen, die darinne zurückbliebcn, muthlos winden, wie leichtgeschehen konnte, sobald sie von der Armee, die vorwärts marschirte, sich verlassen hiel-ten. Auch war man dem bedeckten Wege schon so nahe, daß man verschiedne Traver-sen des Glacis weggenommen hatte; und um so mehr waren die Ausfälle furchtbar,weil man in solcher Nähe nicht mehr aus den Laufgräben vorrücken kann, wenn dieTete vertrieben wird, und es reißt folglich gar leicht die Verwirrung ein. Die Feindehatten noch alle ihre bedeckten Wege inne, und das ganze Feuer des Platzes, um mitgroßer Front ausrücken zu können; unsre erste Front aber war schmal und so nahe ander feindlichen, daß die Cavallerie nicht mehr agiren konnte. Gegen dies alles bliebkein Mittel, wenn man dem ohngeachtet schlagen wollte, als eine starke Wache vonzuverläßigen Truppen zurückzulassen. Vierzehn Compagnien von der französischenGarde und ein starkes Detaschement Engländer, von acht Escadrons unterstützt, bliebzurück, und mit dem Befehl, wie die vorigen Nächte die Contrescarpe anzugreifen, undsich zu logiren. Zwey Regimenter Infanterie und vier Escadrons unter dem General-lieutenant Marins blieben im Lager; die übrige Armee von acht bis neun tausendMann Infanterie und fünf bis sechs tausend Pferden formirte die orclre cle barmUe,wie folgt.

Sieben Bataillons französischer Infanterie und drey von der englischen formir-ten das Centrum: vierzehn Escadrons jeden Flügel erster Linie; zwey französischeBataillons beschützten den rechten Flügel der Cavallerie, Pelotons von französischenund englischen Musquetiers den linken. Jedes Bataillon hatte fünfzig Musquetiersvon der alten Wache vor sich, um die feindliche Cavallerie zu entfernen, davon vielekleine Trupps ziemlich weit von der Armee auf den Dünen sich zeigten. Jeder Flügelhatte fünf Stücke: die vom rechten fuhren zwischen den Dünen und den Wiesen, unddie vom linken längst des Strandes, der itzt wegen der Ebbe sehr breit war. VierEscadrons Gens d'armes unterstützten zwischen den Treffen die erste Linie der Infante-rie. In der zweyten standen sechs Bataillons Infanterie, vier von den Franzosen,zwey von den Engländern; zehn Escadrons auf jedem Flügel.

Di§ Reserve bestand aus sechs Escadrons, und folgte der Armee in beträchtlicherEntfernung. Der Herr von Castelnau commandirte den linken Flügel der Cavallerie,

Gg 2 , und