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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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287
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Feldzug vom Jahr 1672. 287

der Platz bereits am i8ten Iunius, ehe man noch irgend einen Graben passirt war,gegen freyen Abzug der Besatzung.

Sobald hierauf der Churfürst von Cöln und der Bifchoff von Münster von denUnternehmungen des Königs gegen die Platze von der Assel sichre Nachricht erhaltenhatten, brachen sie auch ihrer Seits mit ihren Armeen wieder auf, und zogen gegen De-venter, das am i6ten berennt ward. Man schätzte die Besatzung auf vier tausend fünfhundert Mann ohne zwey taufend entfchloßne Bürger; die Artillerie bestand aus siebenund sechzig Stücken, und das Magazin war mit siebenzig bis achtzig taufend PfundPulver versehen. In der Stadt aber herrschte eine schädliche Parthey, davon derCämmerer Heinrich Nieuland das Haupt war, und mit der aus dem Rathe zu Campenund Schwoll die Herren Tengnagel und Royer aufs genauste verbunden waren, undDiese stimmten auf Uebergabe. Borsma, der Oberste, den der Prinz von Oranien indie Stadt eingeworfen hatte, schlug sich gar bald zu ihrer Parthey, so daß aller Eiferder Vaterländischgesinnten, worunter Buchholz, einer der Bürgermeister, besonders sichhervorthat, durchaus fruchtlos wurde, und die Stadt, ohne das geringste zu ihrer Ver-theidigung gethan zu haben, am 2 isten Iunius sich ergab, und die ganze Besatzung, dieeinzigen Stabsofficiers ausgenommen, zu Kriegsgefangenen gemacht wurde.

Als nun Deventer so schwach sich vertheidigte, wurde noch während der Belage-rung der General Nagel gegen Hattem detafchirt, das zwar weit weniger fest und un-gleich schwächer besetzt war, doch aber nicht eher sich ergab, als bis die ganze Armee da-vor rückte. Auf Hattem folgte Elburg und Harderwyck, beyde ohne Widerstand, undzu Hattem langte der Herzog vou Luxemburg an, der die Operationen der vereinigtenTruppen auf die Folge dirigirte. Schwoll und Campen ergaben sich beyde am 2 gstenIunius, an einerley Tage, durch Verrath oder Verständniß des Magistrats; obgleichin dem ersten der Oberste Ripperda alles gethan hatte, um sie zur standhaften Verthei-digung zu bewegen. In der Ommer Schanze endlich, wo drey Fahnen staatischer Be-satzung, auf zwey hundert Mann stark, unter dem Hauptmann Arkel gelegen hatten,rebellirte die Besatzung gegen ihren Chef, und verließ ihn, so daß er allein gefangenwurde und die Schanze unbesetzt den münsterfchen Truppen in die Hände fiel, und sodannvon Campen bis Coevorden alles den Alliirten gehörte.

Der so schnelle Uebergang dieser Provinz erweckte in Friesland und Gröningeneben das Schrecken, als in Holland die Uebergabe von Utrecht verursacht hatte, undes versammelten sich die Staaten von Friesland zu Leuwaarden, um mit den höhern Ge- Den szstmrichten, deren Hülse sie sich erbeten, über ihre Rettung zu berathschlagen. Als man ^

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