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Feldzug vorn Jahr 1672.
in dieser Versammlung den wahren Stand der Sachen erwogen hatte, daß die Straßevon Meppel nach Dockum und fernerhin bis nach Harlingen wegen ihrer Höhe nicht un-ter Wasser gesetzt werden könnte, und gleichwohl die zwo an der Straße gelegnen Schan-zen völlig verfallen wären; daß die Truppen, so nach der Repartition ihre Gränzen be-schützen sollten, ihnen bis auf etliche Compagnien, so unter dem Generallieutenant Aylvastanden, entzogen worden; und daß über dem allen noch ihre Magazine an Geschütz,Munition und Lebensmitteln entblößt wären: so erachtete man, daß nur zwey Wege sichhier fänden, entweder alles gegen alles zu wagen, oder eine allgemeine Capitulationfür die ganze Provinz sammt und sonders zu schließen. Nach verschiednem Erwägen,und nachdem die Priester der Stadt Leuwaarden in der Versammlung erschienen, unddie Beschützung der Religion und Freyheit empfohlen hatten, so wurde der Entschluß,alles gegen alles zu wagen, gefaßt, und Gesandte an die Staaten von Holland , dasMörder Quartier, an Stadt und Land, und nach Amsterdam geschickt. Als aber diesealle ohne Trost und Hülfe zurückkamen, so wurden die Schleusen geöffnet und der Aus-schuß im ganzen Lande aufgeboten, der auch willig nach dem Heeren Ven marschirte,und sich mit dem kleinen Haufen Miliz unter dem Generallieutenant Aylva vereinigte.Drey Compagnien wurden aus der Dylerschanze genommen, zwo aus der Stadt Em-den, zwo aus der Neuen- oder Langackerschanze, und alles mit dem GenerallieutenantAylva vereinigt; gleichwohl sagt man, daß dies gesammte Corps nur aus wenigen tau-send bestanden, die aber dieser General mit so viel Kunst zu bewegen wußte, daß nie-mand seine Stärke noch Schwäche erfuhr.
Die Provinz Grdningen, die in Ansehung der Mannschaft zwar eben so wehrlosals Friesland war, seine Schanzen aber und Festungen in befferm Stande bewahrt hat-te, wählte sich zum Haupt ihrer puppen und Gouverneur der Stadt, den General-lieutenant Freyherrn von Rabenhaupt, der damals in Hessen sich aufhielt, und zur Ue-bernahme seines Commandos herbeyeilte. Es fand aber derselbe in der ganzen Provinzan alt- und neugeworbner Mannschaft nicht mehr als zwölf hundert Mann, womit eraber dennoch die neue Schanze, so vor seiner Ankunft auf der Staaten Befehl verlassenworden war, wieder zu besetzen beschloß; weil aber der Lieutenant von Bergen, demder Auftrag geschehn, ihn nicht vollzog, so kamen die münsterschen Truppen zuvor, undder General Rabenhaupt ließ über den Lieutenant ein Kriegsgericht halten, und ihnnach dem Spruche desselben enthaupten.
Während dieser Anstalten war der Bischofs von Münster bereits über Steenwycknach Friesland im Anzüge, als er den Entschluß dieser Provinz vernahm, und daß die
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