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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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291
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Feldzug vom Jahr 1672. 291

anzugreifen. Ein verlaßnes Außenwerk, das nicht geschleift worden, begünstigte nahean der Contrescarpe die Oeffnnng der Laufgraben und die Anlegung der Batterien, sodaß am vierten Tage die Contrescarpe gestürmt, und obgleich nicht in diesem Sturmerobert, doch am folgenden Tage freywillig von den Belagerten verlassen, und sodannnicht nur die Batterien zur Breche gebaut, sondern auch vermittelst einer Minengallerieder verlassenen Contrescarpe die erste Descente in den Graben geschah, worauf gar baldauch die zweyte folgte, und sodann mit einer bedeckten Gallerie der Graben passet,der Fuß der Breche gewonnen, und auf halber Höhe ein Logement bereitet wurde. Obnun gleich die Belagerten einen Abschnitt gefertigt und conterminirt, auch der Magi-strat der Stadt noch keineswegs zur Uebergabe gesonnen, und dem Kriegsrathe, dersteh in dieser Absicht versammelt, die nachdrücklichsten Vorstellungen gethan hatte, soentschloß sich dieser dennoch zur Capitulation, die am yten Julius unterzeichnet ward,so daß diese Festung, ob sie gleich länger als alle andre sich vertheidigt hatte, doch nurdie Formalitäten beobachtet zu haben schien.

Turenne gieng hierauf mit seiner ganzen Armee über die Maas durch Maremund Alem bis nach Cmpel, wo den rzten Julius eine Schiffbrücke geschlagen, undCre-vecoeur von dieser Seite berennt wurde, da bereits einige Tage zuvor der Graf vonChamilly es auf der Seite von Vlynen und Bockhoven gethan, und unter dem Schutzeeiner Batterie von vier Zwdlfpfündern eine Schiffbrücke geschlagen hatte, so daß Cre-vecoeur völlig umschlossen, und beydes die obre und untre Maas mit Schiffbrücken be-legt war. Die Laufgräben wurden von beyden Seiten geöffnet, und bald darauf dieBatterien zur Breche aufgeworfen, und mit Faschinen die Gallerie über den Grabengefertigt, deren Vollendung die Besatzung jedoch nicht abgewartet, sondern durchRevolte am i 8 ten Julius den Commandanten Gries sich zu ergeben zwang. Die En-gelfchanze, so zugleich mit Crevecoeur angegriffen worden, und bis dahin sich vertheidigthatte, wurde gleich nach der Uebergabe von jenem von ihrer Besatzung geräumt, undes zog sich diese, nachdem sie alles Geschütz verdorben hatte, glücklich nach Herzo-genbusch.

Die letzte Eroberung des Marschalls Türenne in diesen Landen war Bommel, dasvermittelst seiner Lage das ganze Eyland von Bommelwörth beherrschte, und dem Mar-schall Gelegenheit gab, seine Menschenliebe zu zeigen, weil nach geringem Widerstand,den die Besatzung gethan hatte, bey ihrer und der Bürgerschaft Schwäche alles denglücklichen Erfolg eines Sturms versprach, und daher auch viele dem Marfchall Türenneanlagen, daß er den Truppen die Freyheit zu stürmen verstatten möchte. Es wollte

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