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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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292
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292 Feldzug vorn Jahr 1672

aber Türenne , der, wie die holländische Relation sagt, von seinen eignen Feinden denRuhm eines hochbescheidnen Feldherrn hatte, lieber noch für das letztemal der GüteVersuch thun, als der Seinen und der Bürger Blut zu verschwenden, und foderte noch-mals die Stadt auf. Sie ergab sich mit guten Bedingungen, und Türenne gieng überGemorn nach der Maas und Crevecoeur zurück.

1.3 He, So blendend nun bisher der Fortgang der französischen Waffen gewesen, undNoiilniZe wie groß die Zahl der Festungen auch war, so dieselben in weniger Zeit erobert hatten,reuyuieres, als bey mannhaftem Widerstand eine einzige derselben erfodern mußte, so scheint es docheampgzne nicht, daß der Entwurf des Feldzugs in allen seinen Theilen überdacht, und ohne Ta-6s en gewesen sey. Es hatten nämlich beydes Conde' und Türenne gleich nach dem Ue-

^ ^ Hergänge über den Rhein dem König gerathen, den größten Theil der eroberten Festun-gen zu schleifen, und nur die, so ihm als Festungen nothwendig seyn könnten, zu be-wahren. Der Marquis von Louvois aber widerstand, und vermochte den König, siealle zu behaupten, so daß die Armee in Besatzungen von mehr als vierzig erobertenPlätzen zerschmolz. Die Gefangnen, deren Zahl auf mehr als zwanzig tausend sich be-lief, wurden zwey Thaler für den Mann dem Feinde wieder überlassen, der in derFolge sie zu bessern Soldaten gebildet; Conde' und Türenne aber riechen, sie zu behal-ten, und zu dem großen Canale von Languedoc, der damals unternommen ward , zugebrauchen. Es hatte endlich der König zur Unzeit vor Doesburg und Zütphen sichaufgehalten, und begnügte sich, den Marquis von Rochefort mit wenigen Truppen jen-seits Utrecht zu schicken, zu einer Zeit, da er selbst mit ganzer Macht hätte anrücken sol-len, um ins Herz von Holland zu dringen, das überall offen stand, und noch nicht über-schwemmt war. Doch stand es noch itzt in des Königs Gewalt, drey Monat nachEröffnung des Schauplatzes ihn wieder zu schließen, und mit der Ehre der Sieger undentschiednen Vortheilen für sein Reich wieder zurückzukehren. Es geschah aber nicht.

Johann von Witt, dessen Ansetzn zwar fallend, aber immer noch groß war, hattedie Generalstaaten vermocht, daß sie beydes an Frankreich und Engelland Gesandteschickten, um die Bedingungen zu hören, unter welchen die Könige Frieden zu gebenbeschlossen, besonders aber den König von Engelland zur Vermittelung mit Frankreichzu bewegen. Die nach-Engelland gesandt wurden, langten zu eben der Zeit daselbstan, als die Nachricht von den so schnellen und verbreiteten Eroberungen des Königs vonFrankreich gekommen; und ob man sie gleich nicht völlig günstig aufnahm, weil sie, anstattErbietungcn zu thun, Erbietungen erwarteten, so wurde doch der König von Engcllandbewogen, den Herzog von Buckingham und die Grafen Hallifax und Arlington in Eil

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