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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Fcldzug vorn Jahr 1672»

publik bon Spanien und Oesterreich erhalten, und das Zeugniß, daß Benningen, derholländische Gesandte zu Brüssel, der dieserwegen nach dem Haag geeilt war, dem Ernstder Versicherungen gab, trugen vieles zu dem Entschlüsse bey; und als die Provinz vonSeeland gegen die einseitigen Unterhandlungen ein beschämendes Manifest kund ge-macht, Friesland und Gröningen gleichen Muth bezeigt, und, wo auch in den Magi-straten wankende Gesinnungen waren, die Bürgerschaft dennoch für sich einen Schlußfaßte, so wurde der Bund der Eintracht von neuem beschworen, und alles gegen alleszu wagen beschlossen.

Ob nun gleich im Rathe des Königs dies alles bekannt war, und auch die Ge- 6uen-e c?sandten von Engelland in der Privataudienz, die sie von ihm erhalten, vorgestellthatten, daß seine Eroberungen dem Bündnisse, das er mit England geschlossen, entgegen oümgunwwären, weil nach demselben Frankreich Maffricht und die Flotten Flißiugen belagern, und i^imiers:nach Eroberung dieser Plätze ein Friede, dessen Bedingungen im Voraus festgesetzt Merian.waren, geschlossen werden sollte: so blieb dennoch der französische Hof bey feinem Ent-schlüsse, und man sagt, daß er Mittel gefunden habe, den Gesandten von Engellandgünstigere Gesinnungen beyzubringen, worauf sodann das Bündniß der Könige er-neuert, und von Engellands Gesandten an den Prinz von Oranien die Bedingungengesandt wurden, nach welchem beyde zugleich den Frieden zu geben gesonnen wären. In Den i6tmdemselben verlangte Frankreich einen Commercientractat, um die Streitigkeiten der Julius,west- lind ostindischen Compagnien beyder Nationen zu schlichten; die freye Uebung dercatholifchen Religion in allen Landen der Republik; zwanzig Millionen zur Entschädi-gung für die Kosten des Kriegs; die Abtretung aller eroberten Plätze an der Maas,dem Rheine und im Reiche, zur Vergütung der eroberten Provinzen; und jährlicheine Münze als Tribut der Dankbarkeit mit vorgeschriebner Inschrift. England ver-langte das Flaggenrecht; eine Million Pfund Sterling; und jährlich hunderttausendPfund für das Recht der Fischerey an den Küsten Großbritanniens; einen Antheil andem ostindischen Handel; und die Erblichkeit der Statthalterschaft für den Prinz vonOranien.

Als man nun aber diese Vorschläge dem Prinz von Oranien überbrachte, hattet; Merlan,bereits alle Städte von Holland die Fahne der innerlichen Unruhe gehoben, und einejede ihren Magistrat gezwungen, das Volk des Eids vom ewigen Edict zu entlassen,und dem Prinzen die Statthalterschaft aufzutragen. Der erste Tumult war zu Dor- Am rystenbrecht, der sodann als ein Feuer um sich griff, und zu einerley Zeit in Hartem, Delft, 3 umus.Leyden und Amsterdam, Gouda, Rotterdam und allen umliegenden Orten ausbrach, so

daß