296 Feldzug vom Jahr 1672.
daß bereits am 8ten Julius der Prinz von den Staaten von Holland und Westfrieslandzum Statthalter, und wenig Tage darauf von den Generalstaaten aller sieben Provin-zen zum Generaladmiral und Capitain der Truppen zu Wasser und zu Lande erklärtwurde. Der erste Schritt des Prinzen in diesen Aemtern war, die angetragenen Frie-densbedingungen zu verwerfen; und als kurze Zeit darauf Johann von Witt seine Be-dienungen als Pensionnair niedergelegt, und sein Bruder zu Dordrecht eines vorgehab-ten Meuchelmords gegen den Prinz von Oranien beschuldigt, auf eines einzigen un-glaubhaften Mannes Zeugniß auf die Folter gelegt, und, obgleich nicht schuldig befun-den, doch mit seinem Bruder zugleich aufs entsetzlichgrausamste von dem Pöbel umge-bracht worden, da die, so den Aufruhr zu steuern vermochten, es nicht gethan hat-ten : so lenkte sich nun alles mit ganzem Herz auf Oraniens Seite, und alles wünschtedie Fortsetzung des Kriegs, und lieber alles gegen alles zu wagen, als irgends einerschimpflichen Bedingung sich zu unterwerfen.
Ludwig der vierzehnte, der in dem Vortrage der englischen Gesandten die Eifer,sucht der Nation gegen den Fortgang seiner Waffen erkannt hatte, und da alles gegenihn zu verbinden sich anfieng, nicht wagen wollte, auch seinen Bundsgenossen abwendigzumachen, beschloß, seinen Eroberungen in Holland von selbst Einhalt zu thun, bisvielleicht der Frost des Winters sie entscheidend machen könnte, da sie es itzt in der Ue-berschwemmung nicht zu werden vermochten, indessen aber das Eroberte zu behaupten,und, wo möglich, durch Herzogenbusch zu vermehren und sichrer zu stellen. DiesemEntwürfe gemäß brach der König, nachdem er den Herzog von Luxemburg zum Gou-verneur über das Stift Utrecht ernennt hatte, den roten Julius mit einem Theile seinerArmee auf, und gieng in Begleitung der holländischen und englischen Gesandten überAmorongen, Rhenen und Wageningen bis nach Arnhem, wo der Prinz Conde' nochkrank lag, und darauf nach Nimwegen, da die Armee, die bereits in drey Colonnenvorangegangen war, ihm folgte, und am i 4 ten bey Grave, in der Gegend des DorfsNiederassel, campirte. Den Tag darauf geschah der Uebergang über die Maas, undvor Herzogenbusch vereinigten sich die Armeen des Königs, des Marschalls Türenne,und das Corps von Chamilly; die erste von der Seite von Bommel; die andre vonder Seite von Maseyk. Des Königs Armee lagerte sich zu Boxtel, die vom MarschallTürenne zu Berlicom, und Chamilly zu Gessel, wodurch alle Pässe und Zugängenach Herzogenbusch gesperrt wurden; und weil die Besatzung äußerst schwach, und dieWerke zum Theil verfallen waren, und Geschütz sowohl als Munition fehlte, so schiennach allem, was man bisher erlebt hatte, die Eroberung dieses durch seine Lage so
wich-