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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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310
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ziO Feldzug vom Jahr 1672.

Zeuquieres. Die Bequemlichkeit der Canäle und Überschwemmung zum Transport desSchanzzeugs und der Materialien machten, daß in Zeit von wenig Stunden nicht nurein A^chnitt und hinlänglich gute Verschanzung auf dem alten Rheindamme zwischenHaemeln nnd Woerden gefertigt, mit Sturmpfählen und Pallisaden versehen und Ka-- nonen aufgeführt werden konnten, sondern es wurden auch noch hinter diesen neueVerschanzungen angelegt, und gleiche Vorsichten an dem Canale gebraucht, der vonCameryck ab nahe bey Woerden in den alten Rhein fällt, und sein Damm ward wieder erste verschanzt. Dieser Anstalten ungeachtet, sagt man, daß die holländischen Ge-nerale bey Nehmung ihrer Posten den wesentlichen Fehler begangen, daß sie weder desDorfs Harmelen noch der Brücke von Cameryck sich versichert hätten. In Harmelen,wo eine Kirche mit wehrbarem Kirchhofe war, stand auf demselben ein französischerPosten von fünfzig Mann, so die Gemeinschaft zwischen Utrecht und Woerden gegendie holländische Besatzung von Oudewater sicher stellte. Wäre diese Kirche, die amlinken Ufer des alten Rheins lag, mit einem Corps Infanterie und Geschütz von denHolländern besetzt worden, so konnte der Herzog von Luxemburg schwerlich von darausWoerden sich nahen, ohne diesen Poster forcirt zu haben, das nicht ohne Zeitverlustgeschehen konnte; die verlaßne Brücke von Cameryck aber gab in der Folge die Mittel,die Verschanzungen des Dammes in die Flanque zu fassen. Es hatte zwar, wie mansagt, der General Svilenstein die Schwäche seines Postens in diesem Betracht gearg-wohnt, die Einwohner aber, die ihre Dämme nicht durchschnitten sehen wollten, hattenihn hintergangen.

cgmpgZlie Es war noch nicht Nacht, als der Herzog von Luxemburg zu Hermelen, eineea 1672. Stunde von Woerden, anlangte , und, indeß seine Infanterie folgte, auf dem Kirch-thurm das Signal anzünden ließ, das dem Grafen von Mark Unterstützung ver-sprach. Es wurden Anstalten gemacht, die Brücken, so die Feinde abgebrochen hat-ten, wieder herzustellen; und als bald darauf ein Schiff mit hundertund zwanzig Mannvom Regiments Navarre angekommen war, postirte der Herzog dieselben zur Beschützungseiner Brücken, je nachdem diese in der Arbeit weiter kamen, so daß man endlich einefeindliche Verschanzung erreichte, die mit tausend bis zwölf hundert Mann besetzt war,so mit einer ersten Decharge sich zu erkennen gaben.

Als die französische Infanterie angelangt war, ließ der Herzog von Luxemburgdas ganze Bataillon Navarre Front gegen den Feind machen, und die Lunten anzün-den, damit jene in den Gedanken, daß man sie hier angreifen würde, verblieben.Weil aber ihre Verschanzungen daselbst zu furchtbar waren, ließ der Herzog inzwischen

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