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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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311
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Feldzug von: Jahr 1672.

die übrigen Truppen weit hinter Navarre aufmarschiren, und schickte den RittmeisterMelac, der, weil er von der woerdenschen Besatzung war, das Land am besten kannte,um den Weg von Cameryck zu recognosciren, ob es möglich,,die Truppen dahin desi-liren zu lassen, weil er hoffte, daß die Holländer hier weniger als von der Seite vonUtrecht sich würden gedeckt haben.

Der Herr von Melac brachte dem Herzog Leute von Lande, die alle sagten, daßkein Weg nach Cameryck sey, als durch überschwemmte Wiesen, wo das Wasser bisan das Knie gienge, und viele und große Watergans sich fänden, so daß die Cavalleriezu passiren unmöglich wäre, die Infanterie aber könnte, wenn man sich genug mitHür-den versehen hätte, über. Der Herzog von Luxemburg setzte die Infanterie in Marsch,und befahl, die Lunten zu verbergen, und erreichte um Mitternacht Cameryck; dieCavallerie aber blieb unter dem Herrn von Dauger auf dem ersten Sammelplätze mitdem Befehl, dann und wann einen Allarm zu geben, um den Marsch des Corps zuverbergen. Wahrend des Marsches fiel dem Herzoge die Kriegslist bey, dem Geist-lichen von Kameryck sagen zu lassen, daß er der Graf von Horn sey, und weil er zumAngriff von Woerden marschiren müßte, um sich daselbst mit dem Prinzen von Ora-nien zu vereinigen, so ließe er ihn inständigst bitten, ihm einen sichern Weg anzuzeigen,um unbemerkt das Quartier des General von Svilenstein zu erreichen. Der Geist-liche und seine Gemeinde bezeugten hierauf den größten Eifer, und empfohlen vor allem,den Franzosen kein Quartier zu geben. Sie berichteten, daß man den ersten Postendes General Svilenstein auf dem geraden Wege bey einer Mühle vorfinden würde,und er hätte an dem Canale blos eine Brustwehr aufgeworfen. Es hoffte also derHerzog, von der Seite, da er herkam, de front keine Verschanzungen gegen sich zufinden, und, wenn sie dem Bericht nach blos gegen den Canal Brustwehren aufgeworfen,diese in die Flanque zu fassen. In diesem Stande verblieb der Herzog drey Stundenlang, und wartete mit Sehnsucht auf Nachricht, ob die Infanterie, die der Marquisvon Genlies ihm zuführen sollen, zu Hermelen angekommen wäre. Es kam aber nie-mand, und die Verlegenheit des Herzogs ward groß, weil mit jedem Augenblicke dieFeinde Zeit gewannen, ihre Verschanzungen zu verstärken, so daß es zuletzt, sie mitdem Degen zu forciren, unmöglich war; brach er aber mit so wenigen Truppen auf,so ward der Ausgang selbst darum zweifelhaft. Der Herzog wählte die letzte Parthey,und rechnete auf die Nacht, die Schmale der Front von der Attaque, und die Hoff-nung, die Inundationen gangbarzu finden, und die Verschanzungen in die Flanque zu

fassen,