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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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312
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z! 2 Feldzug vom Jahr 1672.

fassen, wenn der Feind in der Nacht, wo es unmbglich ist, die Starke der Attaquen zubeurtheilen, seine gesammte Macht anwenden würde, die Tete zu vertheidigen.

Es war aus dem Dorfe Cameryck kein andrer Ausgang als auf einem schmalenDamme, zwischen dem Canal von Cameryck und einem Watergan, und der Herzogließ auf demselben die ersten Detaschements vorrücken, die das Regiment Navarre un-terstützte , um den ersten Posten der Feinde in der Mühle zu attaquiren. Man fandstatt einer bloßen Brustwehr eine gute Redoute, so die Mühle umgab, und die Mühleim Stande, über die Brustwehr hinaus zu feuern; nach einem hartnäckigen Gefechtwurden die Franzosen Meister, und die Feinde steckten die Mühle in den Brand, wo-durch der Marsch der Truppen sichtbar wurde, und die Feinde aus sieben Stücken mitKartetschen ungesehen und als nach dem Ziele gegen sie feuerten. Hier giengen vieleFranzosen zurück, die Schweizer aber thaten sich vor und blieben in bester Ordnung.

Die Feinde, die sich aus der Mühle gerettet hatten, zogen sich hinter eine Hecke,die gleichfalls mit Infanterie besetzt war, und einen Graben vor sich hatte. Hier tha-ten sie den Unsern wahrend des Marsches großen Abbruch, und zogen sich nach einigemWiderstand naher an ihre Hauptschanzen, in ein Dorf, davon die Häuser mit Schieß-scharten durchbrochen, und die Zugänge mit spanischen Reutern gesperrt waren, unddas übrige ein Bach bedeckte. Auch hier wichen endlich die Feinde, jedoch nach lan-gem Widerstände, und warfen sich endlich in ihre letzten zwo Schanzen, davon die einezur Linken, im Winkel zwischen dem camerycker Canale und einem andern, und die zwotezur Rechten rings um eine Mühle, auf dem Wege nach der Stadt selbst aufgeworfenwar. Die Schanzen waren beyde geschlossen, um ohne Hoffnung des Rückzugs sie zuvertheidigen, und fianquirten sich wechselseitig, so daß der Herzog, statt die Linke, soihm am nächsten lag, allein zu attaquiren, seine Truppen in zwey Corps theilte, undbeyde zugleich anzugreifen beschloß. Das Unternehmen war nicht ohne Schwürigkeit,weil die Soldaten, durch Marsch und Gefecht ermüdet, die neue Arbeit nicht mit fro-hem Herzen sahen, und die Officiere waren verlegen, wie das Werk anzugreifen sey,als der Herzog von Luxemburg sie zum Angriff ohne Feuer mit dem Degen in der Handbewog. Er stellte sich an die Spitze der Attaque vom Hause und der Mühle auf derSeite der Inundation, und warf sich zuerst ins Wasser.

Die Forts wurden nach heftigem Feuer von Seiten des Feindes, und ziemlichlangem Widerstand beyde um sechs Uhr des'Morgens erstiegen, und viele vo» den Fein-den ertranken in dem Canale; der Herr von Svilenstein, der Oberstlieutenant Schim-melpfennig