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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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320
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Merlan,6uerro ä't^ollsnäe,LsmpgAneä'tlollgncleen 1672,keu^uleres.

Z2O Feldzug vorn Jahr 1672.

Weil die Verschanzungen, so die Holländer an ihren Dämmen angelegt hatten,auf die Überschwemmung ringsum sich verlassend, blos die Front gegen das von denFranzosen eroberte Land vertheidigten, und im Rücken nach der holländischen Seiteoffen standen, so hatte der Herzog von Luxemburg vorlängst den Entschluß gefaßt, so-bald der Winter stark genug worden, auf dem Frost die Inundationen zu passiren, unddiese Verschanzungen im Rücken zu nehmen. Gegen den 25sten December kam dieserihm günstige Frost, und es brach der Herzog mit einem beträchtlichen Corps und in denHoffnungen auf, bis zu dem Lande , das nicht überschwemmt war, und dem Haag,Leyden und den andern großen Städten von Holland vorzudringen. Allein ehe nochein Posten der Holländer erreicht worden war, fieng das Thauwetter bereits an; undobgleich der Herzog von Luxemburg dennoch sein Unternehmen verfolgte, und wederGefahren gescheut, noch an Maasregeln gefehlt hatte, so war es doch unmöglich, wei-ter als bis Schwammerdam und Bodegrave vorzudringen. Diese Posten wurden bey-de erobert, und von dem Soldaten, der durch die Fatiguen und Gefahren des Mar-sches aufgebracht war, angesteckt, und mit unerhörter Grausamkeit auch gegen Kindund Weib darin gehandelt. Es war aber unmöglich, die Posten selbst zu behaupten,weil sie in ihrem Rücken völlig offen standen; und es drohte dem Corps des Herzogsdes Untergangs Gefahr, weil der Weg über die schlimme Wettring, den Fuhrt vonNieukop, und den Acrlander Been, den er zum Anmarsch genommen hatte, nach demThau unmöglich zu repassiren worden, und der geradre und gangbare Weg durch Po-sten gesperrt war, die, wenn sie hartnäckig vertheidigt tvurden, ohne Geschütz mit demDegen in der Hand allein nicht forcirt werden konnten. Nieubrügge war der wichtigstevon allem, was den Rückzug sperrte, und es hiengen die andern sämmtlich von ihm ab.Aber der Oberste Pain-Vin, der nach dem Befehle des Grafen von Königsmark denPosten von Swammerdam vertheidigen sollen, und ohne hinlänglichen Widerstand ihnverlassen hatte, fand Mittel, den Magistrat von Gouda zu bereden, daß es nöthig wä-re , auch jenen aufzugeben, weil, nachdem die Feinde so weit vorgedrungen, die Trup-pen, die ihn besetzten, ohne Hülfe verloren wären; und man zog dieselben über dieDreybrücke an den großen Wiericken nach Gouda. Der Herzog von Luxemburg de-taschirte gleich auf die erste Nachricht den Marquis von Genlies mit zwey tausend Mannzur Besatzung, und um die Werke zu schleifen; und den Tag darauf zog das ganzeCorps von Bodegrave wieder ab, und über den hohen Damm nach Wocrden zu-rück. Holland entrann dem Untergang durch das Schicksal, und nicht durch dieWeisheit seiner Maasregeln. Die Bestürzung in Leyden, dem Haag, und allen den

großen