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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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321
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Feldzug vom Jahr 1672. z-r

großen Städten war unbeschreiblich, und allerdings nicht ohne Grund, weil bey dem Frugaleres,so wesentlichen Fehler der Verschalungen die letzte wie die erste gleicher Gefahr bloßge-stellt waren; und es fielen dadurch alle diese großen und wehrlosen Städte sämmtlich inFrankreichs Hand, wenn der Frost nur so viel Zeit gedauert hätte, als der Herzog vonLuxemburg brauchte, um das Land jenseits der Überschwemmung, worin sie lagen, zuerreichen; und folgten alsdenn alle die Truppen, die für itzt in Oberyssel und Utrechtstanden, und nun nicht mehr darin zu stehen brauchten, so war es auch leicht, sichdarin zu behaupten. Die Staatm boten von Stund an den zehnten Mann auf; Am-sterdam bewaffnete sechzig tausend Bürger, und die Verschanzungen wurden in bessernStand gesetzt.

Der General Rabenhaupt, der zu einer Zeit, da alles den Muth sinken lassen, Merlan,sosehr sich hervorthat, beschloß dieses Jahr mit einer der kühnsten Unternehmungen.

Coevorden war nebst der neuen Schanze der einige Weg, durch welchen den münsterschenTruppen der Eingang beydes nach Grdningen und Oftfriesland offen stand, und eswurde das flache Land rings umher aufs äußerste durch seine Besatzung gedrückt. Obnun gleich dieser Platz auf acht deutsche Meilen von Gröningen ablag, und kaum so Viehals die münstersche Garnison selbst stark war, dahin detaschirt werden konnte, so-faßtedoch der General Rabenhaupt der: Entschluß, einen Ueberfall darauf zu versuchen, wo-zu ihm, wenn die Graben gefroren, der niedrige Profil von den Werken, und selbstdie Entfernung einlud, die allerdings allen Verdacht des Unternehmens entfernte.

Das Geheimniß wurde bewahrt, die Allstalten getroffen, und zu Passirung der GrabenWerfbrücken gefertigt, so gatterweise zusammengesetzt werden konnten. Am 26stenDecember, als die Fröste gekommen und alle Anstalten gefertigt waren, wurden dieGraben von Grdningen weit aufgreifet, und um drey Uhr die Thore geschlossen, damitniemand übergehn möchte. Drey Compagnien Dragoner, so im Leek lagen, wurdenbeordert, des folgenden Tages zu bestimmter Zeit an der Drente sich einzusinken. Vonjeder Compagnie zu Fuß aus der Besatzung wurden sechs und dreyßig Mann ausgeho-ben, und erhielten Befehl , sich auf den folgenden Tag marschfertig zu halten, und aufdrey Tage mit Brodt zu versehen. Gleichen Befehl erhielten die fünf Compagnien zuPferde; der Oberstlieutenant Eybergen commandirte das Ganze, und unter ihm dieMajors Wyler und Sükinga. Den 27sten zog das Detaschement aus, neun hundertund sechzig Mann stark, mit eilf beladnen Wagen, und machte zu Helpen einen Halt,worauf die Patroullen anfiengen auszugehn, die Cavallerie die Tete nahm, und dieInfanterie folgte. Das Nachtquartier war zu Gieten, und am folgenden Tage gieng

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