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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vorn Jahr 167z.

Truppen am rechten Ufer der Lippe mit den Garnisonen von Ham und Soest unter-brach, so war doch alles Bemühen vergebens, und der Churfürst ward gezwungen,Ham, Soest und das ganze Land am linken Ustr der Lippe zu räumen, und, als Tü-renne nun auch die Lippe passirt hatte, ganz über die Weser sich zurückzuziehen, unddas ganze Land diesseits, die einzigen Festungen Lippstadt und Sparemberg ausgenom-men , ihm zu überlassen. Die Armee des Churfürsten bezog gegen den i2ten Februarihre Quartiere im Fürstenthum Minden, und die Kaiserlichen im Stift Hildesheim.Als aber in kurzem auch hier der Mangel einriß, und Türenne zu Anfange des MerzesHdM eingenommen hatte, und auch die Weser zu^assiren drohte, so trennten sich diedeutschen Armeen ganz; die kaiserliche gieng mit Ende des Merzes nach Franken, unddie brandenburgische nach dem Halberstadtischen. Türenne aber verlegte sein Haupt-quartier nach Soest, und gab seinen Truppen die Lande des Churfürsten in Westpha-len Preis. *)

Die Frucht des Fcldzugs war der Friede zu Vossem, den der Churfürst vonBrandenburg für sich allein mit Frankreich zu schließen gezwungen ward, weil er alleinnicht zu widerstehu vermochte, Spanien sich noch nicht erklärt, Oesterreich so schwan-kend agirte, die ganzen westfälischen Lande verloren waren, und bey allem diesem dieHolländer selbst ihren Tractaten nicht vdllig nachgekommen, und die Bezahlung der Sub-sidien fast gänzlich versäumt hatten. Frankreich gab in dem Frieden dem Churfürst alleseine Lande wieder, Rees und Wesel ausgenommen, die bis zum Frieden mit Holland

in

*) Die Thaten sind älter als die Künste; undman findet in diesem Winterseldzuge des MarschallTürenne die Grundsätze, so dieselben, obgleich dieJahrszcit Menschen aufreibt, rechtfertigen tonnen,und die Vorsichten bcyH?chmung gefährlicher Win-terquartiere. Hier sind die, so der Marschall Tü-rcrme nach dem Zeugniß des Marquis von Fcuquie-rcs genommen.

Alle Quartiere von der Tete gegen die Weser la-gen in gefchloßnen Orten, und bestanden aus Ca-vallerie und Infanterie zugleich. Das flache Land,so zu diesen Städten gehörte, war unter den Trup-pen, die in ihnen lagen, zum Unterhalt an Verpfle-gung und Geld vertheilt; die ganze erste Linie derArmee stand in den Quartieren der Tete.

Die von der zweyten, so Lippstadt, dessen Be-satzung beträchtlich war, am nächsten, waren eben

so wie die ersten vertheilt, und die Vorsichten, diesie gegen die Besatzung vonLippstadt zu nehmen hat-ten, waren ihnen angewiesen.

Außerdem hatte der Marschall an der Tete derQuartiere erster Linie ein clmmp cle bawille sichersehen, so der allgemeine Sammelplatz aller Quar-tiere von der ganzen Armee war, und jedes haktefür sich seinen eignen Weg nach demselben rcco-gncscircn müssen, um ohne Verwirrung noch Zeit-verlust die Armee daselbst zu formiren, und mit demFeinde zu schlagen, wenn er es versucht hatte, dieWeser wieder zu passiren und gegen die Quar-tiere der französischen Armee zu unternehmen , sodurch diese weise Vorsichten beständig ruhig ver-blieben.