Z28 Feldzug vorn Iahr 167z.
könnte. Am 2vsten Ienner aber, als die Brücke über den Rhein fertig geworden, undein Theil der Cavallerie bereits übergegangen war, rückte der Marschall noch weiter vor-wärts gegen Unna, und belagerte diesen Platz, wo der Oberste Bomsdorf mit einigenDragonern vom Churfürst stand, und nach guter Vertheidigung sich ergab.
Der Churfürst von Brandenburg, der Anfangs seine westfälischen Lande zu ret-ten gehofft hatte, wenn er eher als die französische Armee sie besetzte, und nun dennoch sichzuvorgekommen sah, zog seine und des Kaisers Truppen zusammen, um dem Marschall
Türenne entgegenzugehn, und die Sache durch eine Schlacht zu entscheiden. Türenne
aber, der mit den ersten Teten der Armee in keiner andern Absicht so weit vorwärts ge-drungen war, als um die Anstalten zu treffen, daß in der Folge das Ganze in Corpsversammelt agiren und verpflegt werden könnte, zog sich bey Annäherung der DeutschenMemoires gegen Dortmund zurück, und verschanzte sich. Ohngeachtet dessen rieth man dem Chur-von Bran- fürst, beym ersten Entschlüsse zu bleiben, weil, wie der Fürst von Anhalt ihm vorstellte,
denburg. Türenne, wenn er geschlagen worden, alles aufgeben, und über den Rhein zurück
müßte, wenn er aber siegte, wegen der großen Entfernung von Frankreich den Sieg zu
verfolgen nicht im Stande sey. Der Churfürst schien diesem Rathe nicht abgeneigt;es war aber ein Sonntag, und die Minister, die der französischen Armee gegenübereben so furchtsam, als neidisch gegen den Ruhm des Prinzen von Anhalt waren, bered-ten den Prediger, seine Rede zu verlängern; und nachdem diese beynahe drey Stundengedauert, hatten sie indeß Mittel gefunden, den Entwurf in der Ausführung unmög-lich zu machen. Montecuculi war schon zuvor als krank zu Paderborn zurückgeblieben,die andern Generale aber des Kaisers weigerten den Angriff, und der Churfürst vonBrandenburg für sich allein war zu schwach, so daß Türenne Zeit gewann, seine Armeean sich zu ziehen.
Merlan. Die Deutschen verblieben hierauf einige Tage in der Gegend von Soest; als aber
die Iahrszeit, in der Länge also zu stehen, unmöglich gemacht hatte, wurden die Trup-pen von neuem in Quartiere verlegt; der Churfürst gieng nach dem Sparemberg, undLippstadt, und Hamm, Soest und die umliegenden Oerter wurden besetzt. Türenneaber ließ diese neuen Quartiere nicht lange in Ruhe, sondern brach, sobald er zu Dort-mund alles, was rückwärts stand, an sich gezogen hatte, ungesäumt wieder auf, undnahm das unweit Hamm gelegne Schloß Heringen weg, wobey der Marquis von Bour-lemont, dem der Auftrag geschehn, nach dem Zeugniß des Marschalls, große Ehre sicherwarb. Ob nun gleich der Churfürst äußerst sich bemühte, diesen Posten wieder zuerobern, und einen zwiefachen Versuch darauf gethan, weil er die Gemeinschaft seiner
Truppen