Feldzug vorn Jahr 167z. z;z
Hauptgraben gegen ein Werk, so das Thor bedeckte. Alles dies war in Zeit von sechsTagen vollendet, und sodann ergab sich der Platz, der so große Hülfsmittel zur Ver-theidigung hatte, dreyzehn Tage nach Eröffnung der Laufgräben. Gleichwohl war da-mals in Holland der Begriff einer standhaften Vertheidigung so wenig bekannt, daßman mit dieser völlige Zufriedenheit bezeugte. Die Besatzung, die an eilf hundertMann verloren hatte, desilirte vor dem König, und wurde nach Herzogenbusch trans-portirt; der Graf von Estrades blieb als Gouverneur mit starker Besatzung in dem Platze.
So wichtig nun auch derselbe beydes für Holland und Spanien zu seyn schien, sothat doch keines von beyden einen Schritt zum Entsatz: Spanien, weil es noch nichtvöllig zum Kriege entschlossen; und Holland, weil es nicht nur zu eben der Zeit vonder englischen Flotte bedroht war, sondern auch hoffte, daß selbst der Verlust vonMastricht ihm neue Bundsgenossen und neue Kräfte verleihen wurde. Die Gefahrvon der Seeseite'gieng vorüber, die Hoffnung neuer Bundsgenossen ward erfüllt, undder Prinz von Oranien gieng sodann auf den Angriff.
Ruyter und Tromp hatten das Commando der Flotten überkommen; und dader Prinz von Oranien den ganzen Winter durch die Herstellung der Flotte sich zum Merlan.Augenmerke gemacht hatte, war diesem gemäß ihr erster Entwurf, auf den Angriffgehn. Der Admiral Ruyter lief am 9ten des Mays mit der Escadre von Rotterdam,wozu einige Schiffe aus dem Tepel gestoßen, in See, mit zwey und vierzig Kriegs-Lmllsume.schiffen, achtzehn Brandern und sechzehn Sintern, und begab sich mit einem gutenNordsstwind nach der Themse vor London, in Hoffnung, den Engländern unversehenseinen empfindlichen Streich daselbst zu versetzen. Weil diese aber sodann nicht gesäumthatten, mit einer gleich starken Hlotte von fünfund vierzig Kriegsschiffen entgegenzu-rücken , und auch andre Hindernisse des Unternehmens sich fanden, so sah der Admiralsich gezwungen, wieder nach Schoonfeld, dem Haupt-Rendezvous, zurückzukehren,und verstärkte sich hier von Tage zu Tage, so daß in kurzem seine Flotte in drey Esca-dern getheilt ward, davon die erste unter ihm selbst, so die Wimpel des großen Mastsführte, aus neunzehn Schiffen, vier Fregatten, acht Brandern, drey Advisschiffenund drey Gallioten bestand; Tromp, so die Wimpel der Kreuzstange führte, aus sieben-zehn Schiffen, fünf Fregatten, acht Brandern, vier Advisjagten und einer Galliote;
Bankert, so die Wimpel der Vorstange hatte, aus achtzehn Schiffen, vier Fregatten,acht Brandern und drey Advisschiffen. Die Flotte aber von England und Frankreichbestand, nachdem sie sich vereinigt, aus neunzig Kriegsschiffen, und Branders und Advis-jagten mitgerechnet, auf hundert und vierzig Segel, womit sie, um die Bloquade der
V'y Themse