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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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363
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Feldzug von, Jahr 167z.

um entweder dies- oder jenseits gegen den obern Rhein oder den untern einen sichert! Vor-sprung über ihn zu gewinnen. *)

Die ersten Truppen der Deutschen giengen am ersten October über den Mayn,und bemächtigten sich sofort des Postens von Gellnhauseu; die Armee erreichte es am4ten, und stand am uten zu Wisbaden, da dann dem Entwürfe gemäß zu Maynz dieBrücke über den Rhein geschlagen ward. Türenne, der aus Mangel von Magazinen,wie er vorlängst dem Hofe vorgestellt, weder dies- noch jenseits des Rheins den Bewe-gungen der Deutschen folgen, und ihrer Vereinigung mit den holländischen Truppen zu-vorkommen konnte, sah sich gezwungen, diesseits des Mayns zu bleiben, und gieng,als die Kaiserlichen dem Rheine sich genaht hatten, am azsten October bey Ladenburgüber den Neckar nach Philippsburg zu, und lagerte sich am 27sten zu Neustadt an derHart. Als nun Montecuculli diese Bewegung des Marschalls und den Marsch derholländischen Armee nach dem untern Rheine zugleich erfahren hatte, sagt man, daß er Chavagnac.Anfangs in nicht geringer Verlegenheit war, weil er dem Prinz von Oranien allezeitzwischen ihm und der Türennischen Armee zu bleiben versprochen, und gleichwohl aufder Linken des Rheins es zu erfüllet: nicht vermochte.' Die Unmöglichkeit aber vonSeiten Türennens, diesen Marsch zu unternehmen, befreyte die Deutschen von ihrerFurcht, und es brach ihre Armee auf an eben demselben Tage, da Türenne Neustadterreicht hatte; die Infanterie und das Geschütz giengen zu Schiffe auf dem Rheine, sonahe als möglich durch ein Corps von zwey tausend Reutern cotoyirt, und der Restder Reuterey gieng durch den Westerwald; Andernach und Linz wurden besetzt, unddie Absicht aller Alliirten war Bonn. Am i6ten October, eben dem Tage, da Spanienden Krieg gegen Frankreich erklärt, bra ch der Prinz von Oranien, der sich zu Heren-tals mit einem Corps Spanier vereinigt hatte, mit einer Armee von eilf tausend MannInfanterie und vierzehn tausend Reuterey auf, und erreichte über Dalem, Venlo undCostem am 26sien October die Gegend von Nuys, sodann von Brüel und Rheinbach,worauf endlich vor Bonn am 4ten November die Vereinigung mit den Deutschen er-folgte. Jede Armee formirte ihre eigne Attaque von zwey verfchiednen Seiten, undder Platz ergab sich ohne merkwürdigen Vorfall am i2ten November nach einem Wider-stände von sieben bis acht Tagen. Türenne, der bis gegen das Churfürstenthum Trier

Zz 2 vorge-

*) Chavagnac, der in der kaiserlichen Armee sen, sodann aber den Befehl wieder aufgehoben,diente, erzählt, daß Montecuculli diese Theilung Chavagnac misbilligt den Befehl, es scheint aber,der Armee befohlen, und Bournonville, der zurück- als wenn das Erwähnte die Ursache desselbenbleiben sollen, den Befehl nicht vollzogen, worüber gewesen sey.

Montecuculli Anfangs zwar sehr aufgebracht gewe«