Feldzug vorn Jahr 167z. z6z
obern Ourte hinauf, als wenn sein Absehen darauf gkenge, durch den Condros und denardenner Wald, Sedan oder Mezieres zu gewinnen. Ob nun gleich das Land alsobeschaffen, daß die französische Armee im Monat December die Passage durch dasselbeallerdings nicht unternehmen konnte, weil sie, sobald Mastricht und Lüttich im Rückenwar, nicht eher als in ihren eignen Platzen der obern Maas wieder Brodt empfangenkonnte, so ließ doch der Prinz von Oranien durch diese Bewegung sich hintergehn, undfolgte über Huy, Marches und Famine jenseits der Maas ihr nach. Der Graf vonSchomberg, der die große Chaussee nach Mastricht bloß sah, gieng schnell mit formtenMärschen nach Tongres, und eben so schnell wandte der Herzog von Luxemburg sichwieder nach Mastricht, so daß die Vereinigung mit dem Grafen von Schomberg ge-schah. Ein Corps Cavallcrie unter dem Grafen von Chavagnac, das von der deut-schen Armee zur holländischen detaschirt worden, und gegen die Bagage des Herzogsvon Luxemburg an den Ufern der Ourte beym Hinmarsch zu unternehmen gedachte, liefbey diesem Rückmarsch Gefahr, in die Hände des Herzogs zu fallen, der, wie gefähr-lich auch seine eigne Lage seyn mochte, doch ein wachsames Auge auf seine Vortheilebehielt, und gegen dies abgetrennte Corps mit aller seiner Cavallerie anrückte. Cha-vagnac hob in der Mitte der Nacht das Quartier, das er dem Anschein nach bis zumMorgen behalten wollen, auf, und setzte, sich begünstigt durch das Land, hinter einWasser,dessen Uebergang schwer war, so daß der Herzog von Luxemburg ihn nicht unternahm,sondern seinen Marsch nach der Armee wieder fortsetzte. Die Armee der Staatengieng, sobald sie die Netraite des Herzogs vernommen, wieder zurück über die Maas,um von neuem an der Chaussee Posio zu fassen; der Prinz von Vaudemont aber bliebmit einiger Cavallerie jenseits, und Chavagnac, der gleich nach dem Abzüge der Fran-zosen Nachricht von ihm erhalten hatte, schlug vor, die Cavallerie des Herzogs, diedurch den langen Marsch erschöpft und von der Infanterie getrennt whr, in ihremNachtquartiere zu überfallen; der Prinz aber, der seine Befehle nicht zu überschreitenwagte, schlug das Unternehmen aus.
Nach dieser Vereinigung der beyden französischen Corps blieb die Armee derStaaten zwar noch eine Zeitlang in der Gegend von Tongres zusammen, als wenn sieauch noch fernerhin die Passage zu sperren gedachte. Aber die Iahrszeir zwang dasUnternehmen aufzugeben; die Armeen rückten in ihre Quartiere, und der Herzog vonLuxemburg drang durch Charleroy durch.
Der unglückliche Ausgang dieses Feldzugs, der Frankreich um alle seine Erobe-rungen gebracht, gieng niemand mehr durch das Herz, als dem Marschall Türenne,
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