z66 Feldzug voni Jahr 167z.
der an dem Minister einen Feind hatte, und itzt, um diesem zu schmeicheln, von allem,was den König umgab, fast ohne Zurückhalten getadelt wurde. Man sah den tief-sten Kummer in des Marschalls Auge und ganzem Betragen; und er gieng, nachdemseine Armee im Elsaß, Lothringen und dem Hennegau in die Quartiere verlegt worden,nach dem Hofe, und der König empfieng ihn mit größter Achtung und Freundschaft.Weil aber der Marschall sowohl als der Prinz von Conde' beyde mit des Ministers Be-tragen äußerst unzufrieden waren, so beschlossen sie, dem König offen zu sagen, wassie von ihm dächten, daß er nämlich allerdings durch seinen Fleiß und so geschäfftigenGeist dem Könige zur Ausführung seiner Entwürfe nützlich sey, aber bey weitem nichtfähig, wie er im Sinne hätte, von so fern ab die Armeen zu lenken; daß ihm hieznEinsicht sowohl als Erfahrung fehlte, und sein Stolz und Uebermuth alles auf dasSpiel setzte. Der Marschall blieb seinem Vorsätze getreu, und sagte dies alles sowohldem König als auch dem Minister selbst, und machte, weil er allerdings seinen Ruhmliebte, kein Geheimniß aus beyden Unterredungen. Man sagt, daß le Tellier, derVater des Ministers, ohngeachtet der Unterwerfung, die er dem Marschall bezeugte,doch nicht unterlassen, den König auf dies Verfahren aufmerksam zu machen, und daßes diesem misfallen; doch wurde kein Entwurf ohne den Marschall Türenne festgesetzt,er blieb aber noch von dem Minister abhängig.
Feldzug