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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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370
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Z7<s Feldzug vom Jahr 1674.

prara aus dem verschanzten Lager von Hockenheim in der Gegend von Philippsburg ihmentgegen, um bey Straßburg zu ihm zu stoßen, und zu versuchen, ob der Uebergaugüber den Rhein von der Stadt zu erhalten seyn möchte. Als aber die Unterhandlungfür diesmal fruchtlos gewesen, beschloß man, statt dessen nach Heydelberg jenseits desNeckars sich zu wenden, und die Ankunft des Herzogs von Bournouville daselbst zuerwarten.

Türenne stand diesseits des Rheins, und hatte seine Truppen im Oberelsaß ver-sammelt, so daß es keinen Anschein hatte, als wenn er gegen diesen Marsch zu unter-nehmen gesonnen; dennoch aber war er von langer Zeit her darauf gefaßt, und hattenach und nach auf dem Wege gegen Phrlippsburg zu eine Tete vorwärts sich bereitet,nm, wie die Nachricht vom feindlichen Marsche kommen würde, ihm lebhaft folgen zukönnen. Am 6 ren Iuniuö brach der Herzog von Lothringen von der Gegend vonRhcinfelden auf, und am i2tcn Türenne von Hochfelden bey Elsaß-Zabern, wo erfünfzehn hundert Mann Infanterie aus sechs Bataillons und die Nächstliegende Caval-lerie zusammenzog, und ohne Bagage mit forcirten Marschen nach Philippsburg gieng,da indeß ein Courier dem Gouverneur, Generallieutenant von Vaubrüu, schon zuvorden Befehl, die Brücke zu schlagen, gebracht. Zu Philippsburg standen die Batail-lons Douglas, Plessis und la Ferte', und die Regimenter Calvo und Beaupre' Ca-vallerie, und dü Fay Dragoner, die sämmtlich der Marschall als Teten des Marschesdahin verlegt hatte. Mit ihnen vereinigte sich ein Bataillon von verschleimen Corpsunter dem Namen Picardie; und mit diesen und der elsasser Cavallerie gieng der Mar-schall am i4tcn des Mittags über die Brücke, und folgte dem Wege nach Hockenheimdurch ein beständiges Defilee in Waldungen. Nach einem Marsche von fünf Stundenmachte das Corps Halt eine Stunde von Heydelberg an dem Angelbach bey einerBrücke über denselben, und die leichten Truppen brachten die Nachricht, daß jenseitseinige Infanterie sich sehen lassen, und in das Jagdhaus Burkhausen sich einwürfe,worauf der Marfchall sofort den Posten durch den Marquis la Ferte' attaquiren ließ,der das erste Thor sprengte, das zweyte im innern Hofe mit Brande zwang, und nachgutem Widerstände den Posten einnahm. Man erfuhr durch die Gefangnen, daß sievon Heydelberg ausgeschickt worden, um die Passage zu bewahren, und das feindlicheCorps sey noch nicht passirt, worauf der Marschall in der Gegend von Sanrhausen sichlagerte, und am folgenden Morgen zur Rechten gegen Bretten durch lange Defileesund Waldungen abmarschiere, um auf den Marsch der Feinde Zu treffen.

Indeß